Du kennst das vielleicht:
Du scrollst durchs Netz, stolperst über ein Cover, das nach einer Liebeserklärung an einen Pariser Plattenladen der 90er aussieht – und zack, bist du im Kaninchenbau. So ging’s mir mit Matoupilation Vol.1, der ersten und neuen Compilation von Lemy Leopard.Aber wer ist dieser Leopard?
Und warum sollte dich diese Sammlung französischer Beatmaker interessieren?Ich hab’s für dich auseinandergenommen – mit Ohrwurmgarantie und Vinyl-Romantik.
Shorte Lisika Lemy – klingt wie ein Schurke aus einem James-Bond-Film – ist aber das Mastermind hinter dem Projekt. Geboren in den Pariser Vororten, hat er sich seit den 90ern durch New Jack Swing, Jazz und HipHop gebattlet, bevor er in der elektronischen Musik sein Revier markierte. Stell dir einen Producer vor, der Pharrells Produktionsgeschick mit Flying Lotus Experimentierfreude mischt und dann eine Prise Pariser Straßenflair drüberschüttet. Yep, genau das ist Lemy.
2024 hat er sein Label Malin Matou Music aus der Taufe gehoben – kein gewöhnliches Plattenlabel, sondern eine „Bewegung“ für Künstler, die Groove als Kunstform statt als Formel begreifen. Kein Wunder, dass seine Compilation daher wie ein Manifest klingt. 8 Producer finden darauf Platz. Von Lo-Fi, HipHop, Electronic, Jazz-Funk, Popping, Soul … alles ist dabei im Black Music Gewand gekleidet und mit französischem Flair garniert. Illustre Mischung.
Das Album versammelt daher also acht Tracks – kurz, knackig, aber oho!
C-Flys „Nightcruiser“ bringt Synthies, die wie Neonlichter über Paris gleiten, dazu ein Beat, der deine Schultern zum Zucken zwingt.
NxQuantizes „Smile4me“ mixt Lo-Fi-HipHop mit House-Elementen, als hätte J Dilla im Berghain aufgelegt – hätte er zwar nie, aber so klingt es halt. Die Tracks sind bewusst kurz gehalten, zwischen 2:11 und 3:38 Minuten.
Das Album versammelt daher also acht Tracks – kurz, knackig, aber oho!
C-Flys „Nightcruiser“ bringt Synthies, die wie Neonlichter über Paris gleiten, dazu ein Beat, der deine Schultern zum Zucken zwingt.
NxQuantizes „Smile4me“ mixt Lo-Fi-HipHop mit House-Elementen, als hätte J Dilla im Berghain aufgelegt – hätte er zwar nie, aber so klingt es halt. Die Tracks sind bewusst kurz gehalten, zwischen 2:11 und 3:38 Minuten.
Kein Selbstzweck, wie Lemy erklärt:
„Es geht um Verdichtung – jeder Track soll wie ein guter Cocktail sein: intensiv, ausbalanciert, kein überflüssiger Schnickschnack.“
Wer Lemys ältere Werke wie die Black Panther Party EP kennt, merkt: Der Typ hat sich zum Kurator gemausert. Während er früher solo glänzte, wird er hier zum Dirigenten eines Orchesters aus Beatbastlern. Sein Sounddesign erinnert an The Chemical Brothers „No Geography“-Phase – ebenfalls eine Compilation, die durch Reduktion aufs Wesentliche überzeugte. Aber wo die Briten mit Clubtracks protzen, bleibt Lemy im Underground verwurzelt. Gut so.
Sein Geheimrezept?
„Jeder Track muss funktionieren, egal ob auf Kopfhörern oder im Club.“
Das Limited-Edition-Vinyl ist auf jeden Fall ein Hingucker: minimalistische Gestaltung, knalliges Farbkonzept. Für 25 Euro bei Bandcamp schnappbar – und wer weiß, vielleicht wird’s ja das nächste Sammlerstück à la Chillhop Essentials.
Falls du Bock auf französischen Underground-Sound hast, dich fragst, was nach Ed Banger Records kommt oder 2018er L’indécis-Vibes vermisst hast, dann drück auf Play oder leg halt die Platte auf. Und wenn du danach immer noch stillsitzen kannst – Respekt, du bist aus Stein.