Kassettenplayer der neusten Generation im Anmarsch.
Mein aktueller FIIO-Tape-Player CP13 hängt fest verkabelt an der HiFi-Anlage. Der macht seinen Job, sieht gut aus und eigentlich war das Thema Kassetten-Hardware für mich damit erst einmal erledigt. Bis FIIO jetzt ein Update aus dem Maschinenraum gepostet hat. Und ehrlich gesagt reizt mich das, was da kommt, gerade deutlich mehr, als es ein Gadget für Magnetbänder im Jahr 2026 eigentlich tun sollte.Kassetten sind natürlich ein absoluter Nischenmarkt. FIIO formuliert es im neuesten Entwickler-Update sogar noch direkter und nennt ihn „schrumpfend“. Trotzdem stecken sie seit mittlerweile zwei vollen Jahren massive Entwicklungsarbeit in einen neuen tragbaren Player. Und zwar nicht in ein schickes neues Gehäuse, in das sie irgendein billiges Standard-Laufwerk aus Restbeständen klemmen, sondern in eine komplette Neuentwicklung.
Wenn du in den letzten Jahren mal nach neuen Kassetten-Playern gesucht hast, kennst du das Problem: Die Mechanik, die heute noch in Neugeräten verbaut wird, ist fast immer identisch und ehrlicherweise meistens ziemlicher Schrott. Eiern, Leiern, Rauschen. Lass da bitte die Finger von.
FIIO wollte das ändern und eigentlich direkt mit dem High-End-Modell, dem CP15, einsteigen. Aber ein ultradünnes Laufwerk von Grund auf neu zu konstruieren, ist ein handfester physikalischer Albtraum und so wurde erstmal mein CP13 entwickelt, der wirklich schon absolut fein ist, aber auch ein Brocken. Struktur, Servo-Steuerung, das ganze mechanische Zusammenspiel, da reicht es eben nicht, ein paar Zeilen Code zu optimieren oder einen neuen Audio-Chip auf eine Platine zu setzen. Mechanik verzeiht halt nichts. Das erfordert endlose Prototypen, Frust und ständige Anpassungen. Und gute Magnetköpfe werden kaum noch hergestellt, die hat man zumindest für den CP13 noch gefunden.
Weil sich das alles zieht, hat FIIO Anfang 2026 die Roadmap umgeworfen, denn um das Konzept überhaupt zeitnah in unsere Hände zu bekommen, schieben sie jetzt den CP11 dazwischen. Das Modell ist etwas leichter und zugänglicher positioniert, bringt aber genau die Hardware mit, die das Projekt so spannend macht. Wir reden hier von einem brandneuen, ultradünnen Laufwerk, einem deutlich hochwertigeren Tonkopf, einem bürstenlosen Motor (Brushless!) und einem komplett neuen Servo-Drive inklusive neuem Schaltungsdesign. Bluetooth für die kabellose Fraktion ist ebenfalls an Bord, was ich jetzt um ehrlich zu sein, auch lieber hätte, auch wenn ich beim CP13 noch anderer Meinung war.
Der aktuelle Stand bei FIIO?
Die Software und das Platinendesign (PCBA) des CP11 sind quasi fertig. Jetzt geht es an die Testproduktion der Mechanik. FIIO peilt Ende 2026 für den Launch an, schiebt aber direkt den wichtigen Disclaimer hinterher: Wenn das Laufwerk noch zickt, wird verschoben. Keine halben Sachen. Erst wenn der Qualitätsstandard wirklich erreicht ist, geht das Ding in die Massenproduktion. Richtig so. Und das ursprüngliche Flaggschiff, der CP15?
Der läuft parallel weiter. Auch hier sind Software und Elektronik im Grunde abgeschlossen. Das Team wartet nur noch auf die finale Reife der Laufwerk-Mechanik. Wenn alles glattgeht, soll der CP15 in etwa einem halben Jahr aufschlagen.Das ist verdammt viel Hardware-Aufwand für eine fast tote Technologie. Aber genau das ist der Punkt, an dem es für mich interessant wird. FIIO gibt in ihrem neuen Post unumwunden zu, dass dieser Weg viel härter und länger ist, als sie anfangs dachten. Dass sich 2026 überhaupt noch eine Firma hinstellt und das alte, mechanische Problem „Walkman“ auf diesem Level und mit modernem Engineering neu lösen will, nötigt mir echten Respekt ab.
Ich räume gedanklich jedenfalls schon mal ein bisschen Platz neben der HiFi-Anlage frei.
fiio.com


