Edward Sizzerhand 'A Taste of Honey' | Eine virtuose Honig Verkostung oder das wohl nachhaltigste Beatstrumental Album der Welt - Atomlabor Blog | Dein Lifestyle Blog

Edward Sizzerhand 'A Taste of Honey' | Eine virtuose Honig Verkostung oder das wohl nachhaltigste Beatstrumental Album der Welt

Eine musikalische Honig Verkostung des Münchner Künstlers Edward Obika, ist der Albumtipp des Monats und das Beattape des Jahres 2019 im Atomlabor Blog.

Beats,Bienen und Nachhaltigkeit.

Das interessanteste Beatstrumental Album in diesem Jahr stammt wohl von Edward Sizzerhand und nennt sich "A Taste of Honey". Vorweg, Eddies Album wird am 29.11. über Beat Art Department erscheinen und natürlich habe ich es mir schon mehrfach gegeben. Netterweise , wie es sich für einen DJ und Producer gebührt, bekommt man das Ding auch auf Vinyl. Sizzerhand war Mitglied der legendären Square One aus München, die zur Jahrtausendwende den Klassiker "Walk of Life" auf Showdown Records veröffentlichten. Boombap vom Feinsten und Musik unserer Generation 40+. 

Eddie, der in Brooklyn geboren wurde und schon in frühen Jugendjahren mit seinen Eltern nach München zog, ist nicht nur ein großartiger Musikproducer, begnadeter Mann am Plattenspieler, so hat er u.a. damals auch eine herausragende Platzierung bei den ITF German Championships eingefahren, sondern ist auch ein Mann der Bienen. 

So war es nur eine Frage der Zeit, bis der gelernte Imker-Meister, seinen fleißigen Mädels ein Album spendierte. Am Freitag ist es dann soweit, dann ist Release-Day. 

Ich habe mit Edward telefoniert und mal genauer nachgefragt, wie es zum Album kam und was es damit auf sich hat.

Ein Konzeptalbum. Ja, irgendwie schon. Das Thema ist Honig und die Tracks nach Honigsorten benannt. Wie gerade schon erwähnt ist Eddie, neben seiner Musik, seiner IT-Tätigkeit, auch vom Beruf Imker, so richtig gelernter Imker und keiner der nur Bienen als Hobby im Garten hat. Da überlegt man sich also, wie man Beruf (Bienen) und Hobby (Beats), zusammenbringen kann und schon sind wir beim Album "A Taste of Honey". Das klebrig gesunde Gold der Natur, spiegelt sich auch auf dem Tonträger wider, da das Vinyl honigfarben umgesetzt wurde. Eine Augenweide, wie das Cover.

Geschuldet ist die Idee, aus Honig ein Album zu machen, einem "Sensorik-Lehrgang", wo Eddie Honigsorten verkostete und in Segmente einteilte, sich den Eigenarten bewusst wurde. Okay, ich greife jetzt vor, aber es ergibt Sinn. Warum also HipHop mit der Imkerei verbinden, eher die Imkerei und Nachhaltigkeit mit Musik vereinen. So wurde das Pferd von hinten aufgezäumt und eine musikalische Honig Verkostung arrangiert. 


100% Natur – 100% Regional – 100% Lecker

Auf dem alten Bauernhof seiner Großeltern, in Feldmoching, hatte er schon seit langem sein Tonstudio eingerichtet und nachdem er den Hof übernahm und dort seinen Wohnsitz verlegte, wurde aus dem Gut eine Imkerei, seine Imkerei; SizzerBees. Beats und Bees halt.

Tja, ich und ein Interview, wobei Eddie doch selbst HipHop Redakteur war. 
So war unser Telefonat weniger Frage/Antwort, sondern ein wirklich netter Plausch. Wir haben uns erstmal über Staubsaugerroboter unterhalten, weil bei mir automatisch im Hintergrund die Geräte während des telefonats starteten ^^. Aber lass uns direkt zum Thema kommen: "Bees-trumental". 

Meine Frage, ob das Vinyl direkt in seinen Onlineshop kommt, wurde bejaht, denn "der eine oder andere Kunde weiß, das ich DJ bin und Musik mache..", so Eddie. 


Eine musikalische Honigverkostung des Münchner Künstlers Edward Obika, ist der Albumtipp des Monats und das Beattape des Jahres 2019 im Atomlabor Blog.

Die Geschichte wie Edward zur Imkerei kam, ist höchst interessant und beflügelte die Musik. 

Wir gehen mal ein wenig weiter zurück. Eddie ist eigentlich jemand, der Webseiten aufgebaut hat und damals die Page HipHopNews.de mit betrieb. Dort war er für "Management, Commercial und Specials" der Mann. Lange ist es her, aber dort in der, ich glaube es war die netpoint media, wurden verschiedene Webprojekte von Sizzerhand umgesetzt. So ist er immer mehr in die IT reingewachsen, um IT Solutions für Kunden zu bauen. Square One, IT Leben und DJ, war eine stressige Zeit und 2009 verstarben Eddies Großeltern, welche den Bauernhof in Feldmoching besaßen. 

Dieser wurde dann von Sizzerhand übernommen. Das ländliche München, mit viel Feldern und Wiesen, See und Landschaftsschutzgebiet. Perfekt. Das Tonstudio war so oder so immer schon dort, da der Bauernhof seit den 80er nicht mehr im Einsatz war.

In der alten Milchkammer habe ich mir dann mein Studio eingerichtet.

Seit er auf dem Hof lebt, geht es regelmäßig ins Tonstudio und als er beim Joggen einen Imker bei der Arbeit sah, hat er ihn direkt angesprochen, "wo man sowas lernen kann". 
Es hat ihn halt grundsätzlich immer schon interessiert, aber er kannte halt keinen Imker und durch dieses Treffen wurde die Initialzündung gelegt.

Ein paar Fragen später "Wo kriegt man Bienen her? Wo kann man sich anmelden?" -typische Fragen halt, wenn man etwas neues sieht, wurde der Wissensdurst gefüllt. Der Imker war netterweise sehr redselig und hat Eddie mitgeteilt, dass er im Bienenzuchtverein München Mitglied ist und man sich dort für Anfängerkurse (zwei Wochenenden) anmelden könnte. Gesagt getan und so trat Eddie dem Verein auch bei und bekam das erste Bienenvolk geschenkt. Umtriebig wie Sizzerhand ist, war ein Volk schnell zu wenig und es ging an die Expansion. 

Dicke Hände sind normal. "Die ersten 50 Stiche sind unangenehm und der Körper reagiert auch noch darauf, dann wird es besser", so der Künstler. In der Saison wird Edward um die 80 bis 100mal gestochen. Das ist es aber wert. 

Family and Friends im Zeichen der Bienen.

Dank des Hofes konnte Eddie seine Imkerei größer gestalten. Vereine sind ein guter Start, aber wenn man Ambitionen hat und die richtige Location, dann geht halt mehr. Gesagt getan. Vom Hobbyimker zum Profiimker bzw. Imker-Meister. Also kommt eine ordentliche Portion Betriebsmanagement dazu und eigentlich ist es auch ein kleiner Familienbetrieb geworden. Die Mutter und Freundin helfen mit, Freunde unterstützen. 

Die von Eddie umgesetzte Betriebsweise seiner Imkerei hat er dann in Österreich gelernt.
Eine dreijährige Ausbildung an der Imkerschule im österreichischen Warth, gefolgt von einer Meisterarbeit 2018, über Bartpflegeprodukte aus Bienenwachs. 


Ich habe sowas von Respekt vor diesem Weg, ich kann es kaum ausdrücken. Es ist beeindruckend, wie jemand seiner Passion folgt. In Österreich konnte man halt die Imkerausbildung, im zweiten Bildungsweg, im Modulblock umsetzen. So blieb Eddie flexibel mit seinem IT Job und konnte die Ausbildung erfolgreich abschließen. 

In seiner Heimat, hat er natürlich die perfekte Umgebung für seine Bienen. Natur pur, Landwirte, mit denen er sich absprechen und man perfekte Synergien bündeln kann. Obstbäume werden durch die Bienen befruchtet, Landwirte bauen bestimmte Sorten für den Honig an usw. Ein Geben und Nehmen. 

Doch eigentlich ist Sizzerhands Arbeit immer noch eine Kombination aus Imkern, Musikerdasein und immer ein bisschen im IT-Umfeld unterwegs sein. Sehr abwechslungsreich. 

Ich stelle mir ja vor, das im Winter alles was die Imkerei heruntergefahren wird, da die Bienen halt schlafen. Doch genau dann beginnt die eigentliche Saison für einen Imker. Denn nun geht es an die Vermarktung. Münchner Märkte sind u.a. das Ziel. In München beginnt die Saison nach dem Oktoberfest, da sehr viele Menschen sich Erkältungen holen, die "Wiesengrippe". Was kauft man dann, um die Abwehrkräfte zu stärken? Na klar, Honigprodukte. Genauer: Bio-Honig aus München.


Von Oktober bis April ist dann die Hochsaison. 

Sobald die "Diätmonate" anfangen und die Leute mehr joggen gehen, geht der Verkauf zwar ein wenig runter, aber dann wachen ja auch die Bienen wieder auf und wollen betreut werden. Eddie bietet dann auch kleine Lehrgänge für Kindergärten und Schulen an. Tagsüber geht es um die Bees und am Abend um die Beats. Da kollidieren die Interessen nicht.



Zurück zur Musik.

Wie hat Eddie nun die einzelnen Stücke für die Honigsorten gefunden? Vom Jazz, Boombap bis zum Trance, also als Basis für feinste HipHop Beats. 

Es ist so, das die Idee während der Imkerausbildung kam. Der Block hieß "Honig Sensorik". Methodisch handelt es sich also um eine beschreibende Prüfung und genau das hat Edward auf seine Musik übertragen. Die einzelnen Honigsorten sind unterschiedlich ausgeprägt, mal aromatisch kräftig, mal leicht frühlingshaft. So kann man genau diese Sensorik vom Geschmack auf Audio transferieren. Eddie hat es aus meiner Sicht geschafft. Ich höre HipHop Beats und verkoste den Lavendel-Honig. Der Alpenrosen-Honig ist da schon tranceig, chillig, da der Ursprung der Pflanze die Rhododendren sind und in Nepal der Honig der Alpenrose eine leicht halluzinogene bis tödliche Wirkung hat, wurde der passende Beat umgesetzt. Wenn es dann um den Waldhonig geht, wird der Beat schwerer. 

Über 10 Jahre wurde an dem Gesamtwerk gepfeilt. Edward hat sich aufgrund seiner ländlichen Idylle genug Zeit genommen, nehmen können. Ein paar Honigsorten passten dann nicht auf dieses facettenreiche Album. Sind aber schon vorhanden und könnten sicher einen Auftakt fürs nächste Album sein. Zumal dieses Album auch komplett "plain" gehalten wurde, was für einen DJ ja eher untypisch ist - keine Scratches, keine Effekte. Aber bei Live-Aufritten von Edward, so hat er mir versichert, wird natürlich der Honig mit Effekten gespickt. Doch auf diesem ersten Album, sollte es mal "strickt getrennt" werden. 

Am 30.11. ist die Relaseparty in München, da gibt es dann Honig, Sizzerbees Glühwein und eine Instagram-Live-Übertragung. Also folgt auf jeden Fall dem guten Edward Sizzerhand auf Insta. In einem weiteren beitrag gibt es dann von mir noch ein Upgrade und den Full Album Stream. 


"A Taste Of Honey" contains spicy beats that can be compared to wildflowers or songs like Chestnut with a bitter finish. Other tracks are as flowery as Phacelia or fresh as Colza. There are 14 honey types on the album altogether.


Honig Verkostung für die Ohren

Eigentlich müsste das Album "A Taste of Honey" im Vinyl-Gatefolder kommen, denn es gibt soviel zu den Sorten und der Umsetzung zu erwähnen, zu erzählen, zu zeigen. Nun kommt das erste Instrumentalalbum heraus und es wird sicher nicht nur bei diesem bleiben. Edward Obika hat noch viele Ideen parat und wer weiß, vielleicht bekommen wir zur musikalischen Honig Verkostung demnächst ja auch noch mehr geliefert. Den passenden Honig zu seinen Beats kann man ja auch in seinem Online-Shop "Sizzerbees" kaufen.

Auf die Frage, ob er noch DJ Lehrgänge gibt, musste er lachen. Das war mal, jetzt werden Imker ausgebildet. 
Ein echt cooler Typ. 

Da unsere Gesellschaft eh Honig-Sozialisiert ist, von Kindheit auf verbinden wir doch ein gutes Gefühl mit Honig, kann eine Ausweitung auf den musikalischen Sektor nur fruchtbar sein. Für mich "DAS BEATTAPE" in diesem Jahr. Alles durchdacht, nachhaltig, der Umsatz fließt wieder zu den Bienen zurück. Geben wir uns also Sizzerhands Fingerabdruck und unterstützen wir Bienenvölker. 

Funfact: Edward und ich sind nahezu gleich alt und so ist unsere Basis von HipHop eher die Golden Era, Boombap... Musik aus unserer Generation. Da wir 40+ sind ist das musikalisch mit der Thematik "Nachhaltigkeit" wohl genau on Point. Die meisten Imker fangen auch mit Anfang 40 an. Just sayin´ 

Die ersten releasten Tracks kann man hier hören.

Tracklist:

A1. Forest
A2. Alpinerose
A3. Clover
A4. Dandelion
A5. Phacelia
A6. Sunflower
A7. Lavender 


B1. Fennel
B2. Colza
B3. Wildflower
B4. Basswood
B5. SilverFir
B6. Chestnut
B7. Moorland


Shop den Beat

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