Das New Heritage Festival in Düsseldorf und meine Impressionen | Ein Recap - Atomlabor Blog | Dein Lifestyle Blog

Das New Heritage Festival in Düsseldorf und meine Impressionen | Ein Recap

Das New Heritage Festival und ich | Ein Recap aus dem Atomlabor Blog

Zuerst fühle ich mich wie ein Außerirdischer in einer fremden Galaxy, dann habe ich mich schnell eingefunden und fand es spannend. 

Ich habe vor zwei Wochen das New Heritage - Festival für Zeitloses besucht. Ursprünglich wollte ich schon am Samstag vorbeischauen, aber da hat meine Frau einen Termin für einen Feuerzangenbowlen-Abend veranschlagt und u.a. meinen besten Freund mit seiner Familie eingeladen. Also schnappte ich mir am Sonntag Kwesi und bin mit ihm nach Düsseldorf gefahren. Eine knappe halbe Stunde später standen wir im Stahlwerk und um uns herum viele "seltsame" Menschen oder waren wir die Seltsamen? Sicherlich muss es so gewesen sein. Überall waren Stände aufgebaut mit verschiedenen zeitlosen Produkten, welche ein Leben überdauern könnten. Hipster, Rockabillys, Retro-Liebhaber, ein ganz besonderer Schlag Menschen, welche die Hommage an Qualität, handgemachtes und Zeitloses schätzen. Der New Heritage Lifestyle Look ist daher bestimmt von Holzfäller-Design, kräftigen Handmade-Boots und markanter Gesichtsbehaarung unterstrichen mit plakativen Tattoos


Zumindest konnte ich mit Chelsea Boots, einer derben Lumberjack-Jacket und meiner Gesichtsbehaarung auftrumpfen - Kwesi mit seiner Lederjacke machte da auch noch eine gute Figur. Was blieb ihm auch anders übrig, ich habe ihn ja überrascht. 


Aber um unser Outfit ging es ja weniger, es fiel nur auf wie sich das "Moderne Erbe" als Lifestyle in einer Art Subkultur manifestiert und ein neues Genre an Style schafft. Wenn man also Menschen nur nach dem Äußeren beurteilt, dann hat man eh verloren. Wer hier wie ein Biker rumläuft kann Einzelhandelsverkäufer, Schreiner oder Banker sein. 


Fakt, die meisten "individuelleren" Produkte sind hochwertig und kosten dementsprechend eine Ecke mehr. Auf ein Leben gerechnet ist das natürlich günstig und ich wiederhole mich wenn ich Daniels Aussage "Ich bin zu arm um mir billiges zu leisten"  wieder aufgreife - aber es stimmt halt. Wir kaufen so viel Plunder zum Wegwerfen und ich bin da sicher auch in meinem Konsumverhalten ambivalent unterwegs. Doch die richtige Jacke, ein ordentlicher Kochtopf, eine hochwertige Uhr, ein guter Drink... usw... sind viel wert. Ich denke du verstehst was ich hier sagen möchte. Auch wenn ich gerne mal in alte Muster verfalle und doch wieder irgendwelche Kinkerlitzchen kaufe, freue ich mich doch insgeheim wenn ich doch Produkte besitze, welche einen höheren Wert für mich darstellen und dieser muss nicht monetär einen Wert repräsentieren, sondern individuell und ideell . Gewisse Dinge erhalten durch ihre kleine Auflage oder durch eine kleine Käufergruppe einen Wert. Wert, wenn ich die Dinge gerne benutze und sie lange halten. 


Mein Taschenmesser zum Beispiel: Ich benutze es selten und doch ist es für mich ein Produkt über das ich mich immer wieder freue. Auch Dinge die man sich gekauft hat oder vielleicht geschenkt bekommen hat und sich über die Jahre bewährt haben sind die Dinge die einen immer wieder aufs neue erfreuen. Ich denke da zum Beispiel an Uhren. 

Das Erbe am Handgelenk. 

Eine Uhr die mir zum Beispiel beim Event in Düsseldorf direkt ins Auge fiel, war eine Uhr aus der BORGWARD Zeitmanufaktur. Wie immer wenn mir Dinge besonders gut gefallen habe ich auch den Riecher das Teuerste zu treffen. In diesem Fall war es eine Uhr für mehr als 6000 Euro. 


Das tolle an diesem Festival, man kommt direkt mit den Menschen in Kontakt. So hat mir der Lehrling der Manufaktur erklärt wie lange er aktuell am Zusammenbau dieser Uhr sitzt und wie schnell es ein ausgelernter Uhrenmechaniker hinbekommt. Er benötigt noch gute 4 Stunden, aber man kann so ein tolles Stück Technik wohl in 1,5 Stunden aufbauen. Hammer oder? Das von mir beäugte Stück hielt ich auch umgehend in meinen eigenen Händen, legte meine Uhr ab und mir die Borgward um. Doch wer ist eigentlich der Käufer für so ein edles Stück aus einer eher unbekannten Manufaktur mit dem bekannten Namen eines Automobils? Nun, es sind Menschen die schon alles haben, aber eher die Dinge die viele besitzen und ein gewisses Understatement suchen. Eine Breitling ist da halt schon Mainstream. So ist also eine Uhr dieser Manufaktur schon fast etwas privates - denn der Laden ist klein, individuell und geht auf die Bedürfnisse der Kunden ein. Initialen auf die Gehäuserückseite graviert zu bekommen, gehört da schon zum guten Ton. Möchte man lieber eine andere Zeigerfarbe haben, dann ist das auch kein Problem - wie auch die Wartung. 


So hat man ein besonders Kleinod, welches man noch seinen Kindern vermachen kann. Nach dem wir einen netten Plausch am Stand hatten, zog es uns weiter. 

Neue Dinge entdecken.

Ein Bett wie aus einer alten Gefängniszelle hergestellt, stand direkt am Eingang und ist mir zuerst gar nicht direkt ins Auge gefallen. Lustig. Minimalismus pur, auch die Matratze ist recht dünn gehalten und doch macht es einen hochwertigen Eindruck - humorvoll hat man auch direkt Handschellen am Bett befestigt - ich will jetzt nicht unbedingt meine Phantasie dazu spielen lassen, Kopfkino uns so..." 
Erstmal einen Kaffee schlürfen, denn die Feuerzangenbowle wirkte latent nach. Schon erblickte mein Auge die nächste "Kostbarkeit". Nein, nicht die junge Frau hinter dem Tresen - obwohl die auch nett aussah ^^, sondern der Moonshiner. Moonshiner, was soll das sein? In den Zeiten der amerikanischen Prohibition nannte man so den Schwarzgebrannten. Damit sich die Farmer durch den Kauf von Flaschen nicht verdächtig machten, benutzen sie Einmachgläser. Ein kleines StartUp aus Berlin hat das jetzt gekonnt umgesetzt und leckere Schnäpse und Liköre unter dem Namen O`Donnell in Einmachgläsern abgefüllt. 


Kwesi probierte sofort und ich entdeckte einen Likör-Schnaps namens Harte Nuss - er schmeckt nach Toffee. Da meine Frau Geburtstag hatte, eher keine Single Malt oder Gin-Genießerin ist, habe ich einen Likör gekauft. Eine Schütte habe ich dann noch geschenkt bekommen. Nice. 

Ich bekenne mich schuldig - Ich mag Gin echt gerne. 


Und wo ich gerade noch von Gin geschrieben habe, fiel mein Blick auf den Brooklyn Gin. Direkt aus New York gibt es einen Gin auf Mais-Basis. Super fruchtig - wir musste ihn einfach probieren. Im Zusammenspiel mit Fentimans Regular eine Wucht. Doch warum bekommt man einen Gin bei einem New Heritage Festival? Ganz klar, es ist wieder ein handgemachtes Produkt, welches Charge für Charge hergestellt und in schönen hochwertigen Flaschen abgefüllt wird. Dabei achtet man auf die besten natürlichen Zutaten und einen einzigartigen Look. Sowas gehört aus meiner Sicht in jede Hausbar - also zumindest schöne Flaschen ^^. Doch es hab noch viel mehr zu entdecken. 

Look, Lifestyle... gar eine Subkultur?


Teilweise liefen uns Menschen über den Weg, welche auch gut in den 50ern gelebt haben konnten - also vom Outfit. Dann wieder minimalistisch uniformierte Hipster. Monochrome-Look, Bart und Beanies. Viele Schiebercaps, generell viele Hüte. Da war ich mit meiner Baseball-Cap eher underdressed und das obwohl ich schon die 9FIFTY mit Wolle trug. Aber irgendwie fühlte ich mich in der wuseligen Gesellschaft nicht unangenehm aufgehoben. Es war halt eine Reise in eine andere Welt und doch kann ich mich gut mit dem Stil und der Philosophie anfreunden. So erging es auch Kwesi. 


Wir bewegten uns mit offenen Augen durch die Räume und ich vergaß fast das Fotografieren. So viele Eindrucke erwarteten uns. 


Wären wir ein wenig früher gekommen und hätten nach hinten raus mehr Zeit gehabt, dann hätten wir auch Workshops besuchen können - zum Beispiel wie eine Uhr zusammengebaut wird oder wie man Craftbier braut. Schade - beim nächsten Mal halt. Das Wetter spielte übrigens ganz gut mit und so konnte man vor dem Stahlwerk die Foodtrucks besuchen und allerlei Köstlichkeiten probieren. Da war auch einiges los im Streetfood-Bereich. Sehr schön fand ich auch das BMW Custom Motorräder präsentierte - da sind ja genau die Dinger dabei, auf die ich echt stehe. 

FAZIT:

Also mein erster Eindruck von dem Festival war: "Beim nächsten Mal brauche ich mehr Zeit und sollte vorher ein bisschen mehr sparen". Der zweite Eindruck: "Warum achten wir eigentlich so wenig auf Nachhaltigkeit und kaufen so viele Wegwerfprodukte? Ist doch auf die Nutzungsdauer gesehen eher unwirtschaftlich." Nun, mit diesen Eindrücken im Hinterkopf versuche ich mal wieder meinen Fokus zu schärfen.

Manufakturen die mir besonders gefallen haben sind:
Fakten zum Düsseldorf Event:

  • 04. & 05. November 2017
  • 3.500 Besucher
  • 3 Std. Ø Verweildauer
  • 65 Aussteller
  • 29x Bekleidungskultur 
  • 16x Freizeitkultur  
  • 14x Genusskultur
  • 11x Wohnkultur
  • 414 m² Ausstellungsfläche


Mehr Infos und vor allem die nächsten Termine, findest du hier:

Es lohnt sich mal einen Blick "Out of the nine Dots" zu wagen. Mir hat es gefallen und auch wenn ich einen anderen Look bevorzuge, sympathisiere ich stark mit dem Lifestyle. Ich muss es nur konsequenter durchziehen. Aber wir sind halt alles nur Menschen mit Stärken und Schwächen. Auf jeden Fall ist so ein Festival eine gute Idee und ballt gute kleine Brands auf einem Fleck, welche man sonst vielleicht nie kennengelernt hätte. 
Das New Heritage Festival in Düsseldorf und meine Impressionen | Ein Recap

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