Die Evolution des Staubsaugens oder "Wenn der Saugroboter ausbricht und Häschen trifft."
Same...same... Flur rauf, Flur runter, Dockingstation, laden, Repeat. Ein Roboterstaubsauger in einem sterilen Krankenhaus hat keinen leichten Job... endlose Korridore, Linoleum und der ständige Blick auf den nächsten Staubfussel. Doch was passiert, wenn so ein fleißiger kleiner Geselle plötzlich den Dienst quittiert, den Koffer (oder in dem Fall: das Gehäuse) packt und ausbricht?Regisseur Sean Pecknold liefert mit „Tennis, Oranges“ genau darauf eine Antwort, die man gesehen haben muss. Der handanimierte Stop-Motion-Kurzfilm, ja, in der Tat völlig ohne KI (wobei ich es nachbauen könnte) völlig verdient auf Festivals wie dem SXSW gefeiert, ist ein kleines Meisterwerk der bittersüßen Erzählkunst.
Statt weiter pflichtbewusst Krümel zu jagen, stolpert unser mechanischer Protagonist in eine Welt jenseits des Protokolls und trifft auf zwei Hasen. Auch sie stecken in einer Schleife aus Einsamkeit und mechanischer Wiederholung fest. Doch wenn Maschinen-Tristesse auf tierische Melancholie trifft, passiert etwas Wundersames. Pecknold inszeniert dieses Drama mit einer so greifbaren haptischen Textur und liebevollen Stop-Motion-Details, dass man vergisst, dass hier gerade Plastik, Filz und Draht über den Bildschirm rollen. Ein kleines, herzerwärmendes Statement über den Ausbruch aus dem System und traurige Momente die doch bittersüß glänzen und in Erinnerung bleiben.
Lehnt euch zurück, schaltet das Licht runter und schaut rein. Es lohnt sich.
