Jazz Funk aus Denver mit echtem Live-Gefühl.
In Denver brodelt seit Jahren eine ziemlich eigenständige Mischung aus Funk, Soul und Jam-Kultur. Gold Leader greift genau das auf und zieht die Essenz daraus. Kein loses Kollektiv, sondern ein Sextett, das sich aus Musikern zusammensetzt, die man in der lokalen Szene längst kennt. Freunde, die Spaß daran haben, gemeinsam zu musizieren, und das können die verdammt nochmal sehr gut. Die Verbindungen zu Acts wie ManyColors, Mama Magnolia oder Magic Beans zeigen ziemlich klar, aus welcher Richtung der Wind weht, also viel Groove, viel Experiment, aber immer mit einem Fuß auf dem Dancefloor.
Nach ersten Singles, die schon signalisiert haben, wohin die Reise gehen könnte, kommt jetzt das selbstbetitelte Album und das fühlt sich weniger wie ein Debüt an, sondern eher wie ein Statement und unglaublich rund. Gold Leader haben da wirklich etwas sehr Feines für uns umgesetzt.
Das, was man dem Album schnell anmerkt, ist, dass es keine sterile Produktion ist, die über Wochen in Einzelteilen entsteht. Stattdessen sitzt die Band zusammen im selben Raum und lässt Dinge passieren, als Jam.
Aufgenommen wurde das Album im More Noise Studio, dem kreativen Zentrum von Keyboarder Eric Luba. Zusammen mit Drummer Will Trask hat er das ganze Ding produziert. Der Entstehungsprozess fühlt sich fast wie ein Gegenentwurf zum aktuellen Standard an. Jeder hat sich eingebracht und am Ende landeten Skizzen im Raum, welche zerlegt, neu zusammengesetzt, verschoben und erweitert wurden, bis alles passte. Jeder bringt sich auf dem Debüt ein, nichts bleibt unangetastet und am Ende stehen Stücke, die gewachsen sind, nicht konstruiert, und die hören wir jetzt.
Die Jazz-Einflüsse schieben das Ganze in eine Richtung, die komplexer ist als vieles im Katalog des Labels, ohne dabei verkopft zu wirken. Gerade die Rhythmusgruppe spielt so eng zusammen, dass es stellenweise fast schon unheimlich präzise wirkt.
Und genau da liegt der Reiz. Es ist nicht nur Groove. Es ist Struktur, Spannung und dieses Gefühl, dass im nächsten Moment noch etwas passieren könnte.
Vinyl bekommt man, welches am 10. April versendet wird.
Mir gefällt das Album richtig gut und ich könnte mir gut vorstellen, dass es euch auch gefällt. Schreibt mir gerne einen Kommentar in den Blog.
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