Zeit mal wieder über ein Rock-Album zu schreiben.
Etwas was ordentlich Funk hat und gut vorangeht. Ja, da ist sowas in letzter Zeit, zumindest hier im Atomlabor, ein wenig zu kurz gekommen. Das ändere ich jetzt mal. Also, hier in aller Kürze. Die Dawn Brothers aus Rotterdam, haben mit „Cry Alone“ ein Album rausgehauen, das die Grenzen zwischen Rock, Americana und Soul gekonnt verwischt. Bas van Holt, Levi Vis, Rowan de Vos und Rafael Schwiddessen – haben mit „Cry Alone“ ein Werk geschaffen, das von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. Der Titeltrack „I Cry Alone“ ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Es wirkt quasi wie ein Soundtrack für einen guten Roadtrip. Da gibt es Momente, in denen man sich fühlt, als säße man in einer verrauchten Bar irgendwo in den Südstaaten, und im nächsten Augenblick wird man von einer Welle puren Rock'n'Rolls mitgerissen und sitzt in einem Caddy auf einer einsamen Straße.Die Produktion ist dabei so kristallklar, dass man jedes einzelne Instrument heraushören kann – ein Fest für die Ohren! Apropos Fest: Die Dawn Brothers haben sich ihre Sporen bereits live verdient. Nicht umsonst wurden sie zum AMERICANAFEST in Nashville eingeladen – dem Mekka der Americana-Musik. Der Begriff „Americana“ wurde in den 1990ern populär, als sich Musiker von der glatten Nashville-Country-Produktion abgrenzen wollten. Wer die Chance hat, sollte die Jungs unbedingt live erleben. Im Mai kommen sie nach Deutschland.
Albumtitel ist Programm:
Hier dreht es sich um Einsamkeit, um Schmerz, aber auch um die Kraft, die aus diesen Gefühlen erwachsen kann. Tracks wie „Sweet Love“ oder „Long Way Home“ zeigen, dass die Dawn Brothers nicht nur musikalisch, sondern auch textlich einiges drauf haben. Für Vinyl-Enthusiasten wie mich gibt es übrigens eine besondere Leckerei: „Cry Alone“ wurde auch als LP veröffentlicht. Also, tut euch selbst einen Gefallen: Hört euch „Cry Alone“ an. Egal ob digital oder auf Vinyl, dieses Album ist ein Muss für jeden, der handgemachte, ehrliche Musik zu schätzen weiß.Dreh die Anlage auf, lehne dich zurück und ab geht es.