Auf den Spuren des Nikolaus | Atomlabor on Tour in der Türkei | Go Turkey Teil I - Atomlabor Blog | Dein Lifestyle Blog

Auf den Spuren des Nikolaus | Atomlabor on Tour in der Türkei | Go Turkey Teil I

Auf den Spuren des Nikolaus | Atomlabor on Tour in der Türkei | Go Turkey Teil I

Einmal im Leben den Nikolaus besuchen. 

Doch wo kommt der Nikolaus eigentlich her? Ich hörte aus Myra. Okay, der Heilige Nikolaus stammt also aus Myra und das ist eine antike Stadt in Lykien. Der Ort, der damals Myra genannt wurde, heißt heute Demre und liegt in der Provinz Antalya in der Türkei. Also ab in die Türkei. Genauer, an die Südküste der Türkei. 

Eingeladen wurde ich zusammen mit Blogger-Kollegen im Namen des Ministeriums für Kultur und Tourismus der Republik Türkei. Aufgrund der politischen Lage, macht man sich natürlich erstmal seine Gedanken dazu, aber meine Neugierde war groß und Land und Leute mag ich sehr, Tourismus ist die Haupteinnahmequelle der einfachen Bevölkerung. Also gut, ab in die Türkei, zum Nikolaus. 

05|12 Antalya  - pulsierendes Leben

Am 05.12. landete ich, mit einer dicken Winterjacke an, in Antalya. Knapp 4 Stunden Flug, Zeitumstellung von 2 Stunden. Steige aus dem Flieger und die Sonne scheint mir ins Gesicht, super Wetter, 18°C um 13h und ich mit der Winterjacke unterm Arm. Meine Sonnenbrille habe ich in Deutschland gelassen, wer erwartet Frühlingswetter im Dezember? Ich erwartete es auf jeden Fall nicht und musste mich eines besseren belehren lassen. 

Mein Guide Ethem und unser Fahrer Ahmed warteten schon vorm Flughafen auf mich. Ethem wuchs in Deutschland auf, studierte Germanistik und lebt nun mit seiner Familie in Antalya - ein Local mit viel Geschichtswissen. Er war mir auf Anhieb sympathisch. Ab in den Mercedes Sprinter und schon ging es zum Hotel in die Stadt, damit ich mich ein wenig frisch machen konnte. 


5 Sterne Landeskategorie, passabel, kein Vergleich mit 5 Sterne in Deutschland, aber das weiß man vorher. Mein Zimmer ist sauber, Tee und Kaffee steht bereit. Perfekt, wie der Ausblick auf Pool und Meer. Wer hier meckert, der ist nicht ganz bei Trost. Es sah alles sehr fancy aus, ein Pop-Art Hotel namens "The Marmara Antalya". Großes Zimmer, top Aussicht, witzige Farben an den Wänden, sehr gutes Wlan. Ja, hier lässt es sich aushalten. 


Die anderen Mitreisenden reisten aus verschiedenen Gegenden Deutschlands an, würden später landen - so hatte ich Zeit, ein wenig auf eigene Faust, die Gegend rund ums Hotel zu erkunden. 






Kreditkarte im Anschlag, zum nächsten Automaten und erstmal Türkische Lira gezogen. Der Supermarkt mit meinem Mittagessen lag unmittelbar neben dem Geldautomaten - Hunger im Bauch!!! Für umgerechnet 3 Euro bekam ich Wasser, zwei Softdrinks aus der Dose, ein frisch belegtes Brötchen und eine Tafel Schokolade. Die Wampe wollte ich mir nicht vollschlagen, denn ein gemeinsames Abendessen war geplant. 

Die Supermärkte müssen sich keines Falls vor Deutschen Märkten verstecken - das Angebot hat mich förmlich erschlagen und es war noch ein kleiner Markt. Ich ging also Richtung Meer an die Steilküste und genoss die Sonne und das Mahl. 

Das letzte Mal war ich vor über 10 Jahren in der Türkei und es war ein klassischer Badeurlaub - dabei hat das Land viel mehr zu bieten und das lernte ich in den 4 Tagen in geballter Form kennen. 


Wilde Katzen streiften umher, der Muezzin rief zum Gebet auf. Eine unwirkliche Kulisse zwischen Hotelburgen, Meer, Palmen und meiner Müdigkeit. So saß ich nun gedankenversunken im Hotelgarten auf einem Lounger. Gespannt auf meine Begleiter, die bald zu mir stoßen würden. 



Um 20h war es dann so weit und Michelle (unsere gute Fee aus der Agentur), Florian (Reiseblogger auf flocutus) und mein alter Dude Johannes von schoenhaesslich, standen vor mir. Ab zum Abendessen nach Antalya City. Die schöne Altstadt mit Fragmenten der alten Stadtmauer hat so einiges zu bieten - für uns ein Essen gehobener Küche. 

Im Seraser Fine Dining Restaurant gab es für mich Kebab, aber die edle Variante, also geschmorter Kalbsschwanz mit türkischem Zimt und Anis, serviert mit Gorgonzolasauce. Zart wie Butter, überaus lecker. Diese positiv kulinarische Erfahrung sollte sich durch meinen ganzen Kurztrip durchziehen.

Noch ein Bier dazu und dann ab zurück ins Hotel, der Tag war lang und morgen sollte es zum Nikolaus gehen. Müde und zufrieden fiel ich in mein breites Bett und schlief umgehend ein.





06|12 Nikolaustag - Myra/Demre, Kekova,  Kaş - auf den Spuren der Geschichte

Geweckt wurde ich vom Adhan des Muezzin - Sonnenaufgang halt. Da wir eh früh loswollten, war das absolut okay für mich - ich will ja was erleben und Schlaf kommt da halt immer zu kurz, wenn man auf Tour ist. Kaffee und ein paar Croissants später (das Frühstücksbuffet ist mehr als üppig, ich aber leider noch zu müde zum ausgiebigen Brunchen), checkten wir aus unserem Hotel aus und saßen im Mercedes Sprinter. 

Ab nach Myra, denn dort steht die Kirche des Heiligen Nikolaus. Kirche ist gut, denn Nikolaus war ein Bischof und diese Kirche sein Grabmal. Die Route nach Myra verläuft entlang der Türkischen Riviera, am Meer, an Tomatenplantagen, Orangenbäumen, kleinen Häfen. 



Als wir in der Kirche ankamen, wurde gerade eine Prozession in der Basilika San Nicola beendet. Da war was los und wir mitten drin. 




Ein Sarkophag steht in einer Nische und die Seitenwand ist aufgebrochen. Hier ruhte er also, bis italienische Grabräuber (Kreuzfahrer, am 20. April 1087) seine Gebeine entwendeten und nach Italien (Bari) verschleppten (besonders christlich empfinde ich sowas ja nicht). 


Ein Foto vor dem Rankensarkophag war aber noch drin. Alles irgendwie sehr beeindruckend, da die Kirche heute eher ein Museums-Kirchen-Hybrid ist. Russisch-Orthodoxe Priester liefen bei unserer Ankunft in der Kirche herum, Brot wurde gereicht, Fotos gemacht, eine schon nachdenkliche Stimmung beschlich mich; Kindheitserinnerungen holten mich ein - gefüllte Stiefel mit Obst, Nüssen, Schokolade vor unserer Wohnungstüre erschienen als Bild im meinem Kopf und hier lag ein Teil dieser Geschichte. 


Baba Noel, Nikolaus oder auch der Weihnachtsmann.

In unserer christlich geprägten Tradition feiern wir am 06.12. den Nikolaus. Der Heilige Nikolaus, wurde um 300 n.Chr im antiken Patara geboren, welches heute in der Türkei liegt. Er war Bischof von Myra und hat dort der Legende nach, viel Gutes getan. Da er aus einem reichen Elternhaus stammte, spendete der sein Geld an Bedürftige. So gab es der Legende nach einen Mann, der so arm war, dass er seine Töchter zur Prostitution feilbieten wollte, da er sie nicht mehr versorgen konnte bzw. ihnen keine standesgemäße Mitgift mitgeben konnte und sie daher nicht hätte verheiraten können. 
Nikolaus hörte, als Bischof von Myra, davon und warf des Nächtens Goldklumpen durch das Fenster des armen Vaters. Dies geschah wohl dreimal, daher wird auf den Ikonen der Nikolaus auch gerne mit drei goldenen Äpfeln dargestellt. Der Vater konnte nun seine Töchter gut versorgen und Nikolaus hat seinen Ruf als guter Christ weiter gefestigt.
Dass wir ihn in einem rot-weißen Umhang kennen, ist einer aggressiven Werbekampagne eines koffeinhaltigen Getränkeherstellers zu verdanken - dieser machte den Nikolaus als Weihnachtsmann populär. Hier lege ich ganz klar Wikipedia ans Herz.

Jetzt noch ein Foto vor der bekannten und sehr schönen Nikolaus-Statue und dann ab zum Mittagessen. 



Essen, wo die Einheimischen essen, immer richtig. Wir saßen draußen in der Sonne, T-Shirt-Wetter. Pappsatt ging es weiter nach Myra in die antike Stadt. 



Uns erwartete dort ein Theater im römischen Stil und beeindruckende Felsengräber. Myra war übrigens der Bischofssitz des Heiligen Nikolaus, wo er ab 300 n.Chr. amtierte. 



Nikolaus von Myra, ein Mann aus Patara. 

Hier lebte und arbeitete also der Nikolaus. Schöne Gegend. Die Lykischen Felsengräber wurden sorgsam aus dem Fels herausgeschlagen und je nach Finanzstatus, mal mehr und mal weniger aufwändig gestaltet. Innen ist es nur ein karger Raum, wo der Leichnam hingelegt wurde. Da quasi eine Gruft neben der Anderen gemeißelt wurde, ist die Felswand ein sehr beeindruckendes Monument. Myras Ruinen wurden in den Jahren 1965 und 1968 durch den deutschen Archäologen Jürgen Borchhardt erforscht und sind nun eine Attraktion für Touristen.



Ein kurzer Zwischenstopp in Andriakedort besuchten wir spontan noch ein Lykisches Museum. Das Museum erwies sich als sehr modern und weitläufig, man hätte hier gut und gerne einen halben Tag nur mit der Besichtigung und dem Füllen von Wissensdurst verbringen können. Die Schilflandschaft eines verlandeten Hafens, Hügel und Berge im Hintergrund, landschaftlich reizvoll mit Oliven-Bäumen gesäumt. 







Nun ging die Reise weiter nach Kekova, einem echt unwirklichen Ort, wo Geschichte wieder zum Greifen nah ist. Kekova ist eine kleine türkische Insel an der lykischen Küste und wir wechselten vom Bus zum Boot.Teilweise versunkene Ruinen sehen in der untergehenden Sonne einfach mystisch aus. Die antike Stadt Dolichiste, welche im 2. Jahrhundert n. Chr. durch ein Erdbeben zerstört wurde, wurde während der byzantinischen Ära wieder aufgebaut, später aber verlassen. Ein weiteres Beben, vermutlich im 10. Jahrhundert, sorgte dafür, dass die Ruinen heute größtenteils bis zu 60 Meter unter Wasser liegen. 





Wenn man mit einem Glasbodenboot fährt, kann man wohl noch versteinerte Amphoren entdecken. Die Ruinen vermitteln einen guten Eindruck wie weit die Bauweise schon im 2. Jahrhundert war. Auf der Insel leben nun keine Menschen mehr, aber Anwohner des Festlandes bringen dort ihre Ziegen zum Grasen rüber und liefern regelmäßig Trinkwasser für die Tiere per Boot an diesen Ort. 



Zum Abendessen legten wir mit unserem Boot bei Kaleköy, das antike Simena, an und bestiegen eine mittelalterliche Kreuzfahrerburg. Hier im 18 Personen kleinen Ort, kann man sich auch Pensionen buchen und eine schöne Zeit verbringen, aber man ist natürlich abgeschieden vom Festland (wenn es auch gute Restaurants gibt - Fisch muss man mögen). Sehr urtümlich, sehr puretanisch, viel Ruhe, viel Sonne, viel Meer, eine tolle Aussicht. 


 

Unten im Restaurant, bei Hassan, wurde dann auch schon frischer Fisch für uns gebraten und es war ein Festmahl am Meer. Fast im Sekundentakt wurden uns neue Köstlichkeiten gereicht, während wir das Rauschen des Meeres hörten und die Abendsonne hinter den Felsformationen versank. 




Satt und glücklich wurden wir vom Sohn des Restaurantbesitzers mit einem kleinen Motorboot wieder ans Festland gebracht. Ahmed fuhr uns dann nach Kaş, wo unser Hotel wartete. Ein Boutique-Hotel, mehr Schein als Sein und nicht der Rede wert - aber der Ort Kaş liegt günstig zu unserem nächsten Ziel und das Nachleben ist auch bunt. Also auf einen Absacker noch in die Kneipe um die Ecke. Da war richtig was los und überall in der Stadt findet man offene Kaminöfen, wo Holzscheite die Restaurant-/Kneipenbesucher auch im Außenbereich wärmen. So richtig kalt war es auch nicht - ich schätze um die 10°C und das gegen 23h. Dann ging es zurück zum Hotel, denn der nächste Tag war schon im Anflug und er versprach viel Kultur. 

Weiter geht es im zweiten Teil.
Hier findest du den 2. Teil meines Reiseberichts 2019/12/im-schmetterlingstal-und-am-geburtsort-des-nikolaus
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Es lohnt sich sehr, dem Pauschaltourismus den Rücken zu kehren und auf eigene Faust die kulturellen Sehnswürdigkeiten zu entdecken. Schöne Pensionen und Hotels, an reizvollen Orten. kann man ohne Probleme online buchen. 

Hier hilft auch die offizielle Seite des Kultur-  und Tourismusministeriums goturkeytourism.com



Fotos:
Atomlabor Blog - Jens Mahnke
16, 17, 21, 28, 47 Ethem Çalışır 
43 von Johannes Eich - schoenhaesslich

Ein Beitrag in Kooperation mit goturkeytourism


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