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EDGAR WASSER & MINE 'ALIENS' - VIDEOPREMIERE IM ATOMLABOR BLOG

Freitag, Oktober 09, 2015

EDGAR WASSER & MINE 'ALIENS' - VIDEOPREMIERE IM ATOMLABOR BLOG

"Ich bin wie du, ich bin nur etwas anders. Ich versteh dich nicht, ich bin hier nur gelandet. Ich hab Angst vor dir, deshalb mach ich dich kaputt."

Selten haben ein paar wenige Zeilen alles, was auf der Welt schief läuft, so simpel auf den Punkt gebracht, wie der Refrain von "Aliens" – Titeltrack der 4-Track-Single von Deutschlands klügstem Rapper Edgar Wasser und der noch relativ unbekannten Sängerin MINE.
Letztere ist uns schon als Gast auf dem aktuellen Orsons-Album positiv aufgefallen. Ihre Art zu singen und ihr ausgefallenes Songwriting sind wahrscheinlich viel zu clever für flächendeckenden Erfolg. Es wäre ihr zu wünschen.

Der Track Aliens ist eine Abrechnung mit allem, was einen täglich ankotzt und ist, gerade in Zeiten von Pegida und ähnlichen Spacken-Versammlungen, nötiger denn je. Dabei iszt die Angst vor den "Aliens" so albern wie unbegründet. Aber wenn alles so einfach wäre, hätte es wahrscheinlich schon längst jemand geändert.

Edgar Wasser bleibt ein Poet, der seine Texte mit der Kettensäge schreibt. Immer schonungslos offen, selten so ehrlich wie hier, sind seine Texte doch oft voller clever eingesetzter Ironie. Auf "Aliens" redet er aber Tacheles, wie selten zuvor. Steht ihm auch gut. Flowen kann er eh. 

Gute Single mit low-budget-Video, das aber seine Wirkung nicht verfehlt.

Wehrmutstropfen: die 4 Tracks der Aliens EP gibt es nur auf CD und davon nur 1000 Stück. zu allem Überfluss sind diese 1000 Exemplare exklusiv bei Media Markt und Saturn erhältlich. Das ist ein Move, den keiner verstehen muss. Bleibt wohl ein Geheimnis. Vielleicht aber auch mal wieder ein genial-ironisches Hirngespinst von Edgar Wasser, das wir irgendwann mal verstehen werden. Abwarten.

Lyrics:

[Edgar Wasser]
Fliegende Untertassen schweben auf die Erde herab.
Alles begann mit diesen Lichtern über den Dächern der Stadt.
„Mama, was ist das?“ – „’N Flugzeug, das kennst du doch, Schatz!“
Aber dann wurden es immer mehr Lichter, je später die Nacht.
„Irgendwas stimmt nicht...“ - und sie knipsten den Fernseher an:
Bilder von Panzern und Soldaten mit Gewehr’n in der Hand.
Die Experten sagten, das wäre die letzte Instanz
für den Fall, dass man kein’ friedlichen Kontakt herstellen kann.
Beim Lärm der dritten Explosion war dann jeder hellwach,
ohrenzerberstender Krach,
Feuerwerke am Himmel so grell, als wäre es Tag,
Raketen detonieren, blinkende, silberne Scheiben geh’n in Brand und regnen herab!
Am Anfang dachten wir noch, wir wär’n die Gewinner der Schlacht,
dann stiegen die Außerirdischen aus ihren brennenden Wracks
und es ging bergab:
Sie versklavten die Menschheit in zehn Tagen.
Unzählige Leichenberge lagen gestapelt auf den Straßen,
bewaffnete Gestalten mit bestialischen Tentakeln
bewachten die Gefang’nen in KZ-artigen Zeltlagern.
Und am Tag der großen Exekution
versammelten sich alle Aliens und sangen ’nen Song – und der ging so:

[Mine]
Ich bin wie du, du bist nur etwas anders.
Ich versteh’ dich nicht, ich bin hier nur gelandet.
Ich hab’ Angst vor dir,
deshalb mach’ ich dich kaputt jetzt,
Schluss jetzt, ich muss jetzt.
Schuss!

Ich bin wie du, ich bin nur etwas anders.
Ich versteh’ dich nicht, ich bin hier nur gelandet.
Ich hab’ Angst vor dir,
deshalb mach’ ich dich kaputt jetzt,
Schluss jetzt, ich muss jetzt.
Schuss!

Was ist das für ein Empfang?
Was fangt ihr damit an?
Ich bin nur hergekomm’, um mich auszuruh’n...
Plötzlich überall Lichter.
Was ist da laut? Was spricht da?
Ihr seht anders aus als ich.
Jungs, das wird mir zu gefährlich!
Ihr schießt mich runter und ich wehr’ mich nur...
Denn heißt es: du oder ich – ja, dann
entscheid’ ich mich für mich.

[Edgar Wasser]
Peng.
Wären die Aliens nicht angekomm’,
hätten wir’s selber in die Hand genomm’.
Was red’ ich da? Wir hatten schon lang begonn’:
Weltkriege, Abschlachtung, Genozide, Massenmord.
Was ’n abgefuckter Ort, überall nur Hass und Zorn.
„Mama, sind das Flugzeuge?“ – „Nee, das sind nur ein paar Drohn’.“
Siehst du die Soldaten komm’? Hörst du, wie die Panzer roll’n?
Auf diesem Planet’ wohn’ zu viele Menschen - Mann, das Fass ist voll!
Wurd’ Zeit hier mal aufzuräum’!
Weiß nicht, ob wir uns bei den Außerirdischen nicht vielleicht bedanken soll’n.
Ganz ehrlich, ich sag’ mal so:
Ist doch besser, als davor -
die Menschheit war uns eine zu große Verantwortung.
Alles, was wir taten, mündete nur in Gewalt und Blut.
Die Nachrichtenagentur’n fütterten die Angst in uns:
BSE, HIV, NSU, Verfassungsschutz,
Saddam Hussein, Bin Laden, Mohammed-Karikatur’n!
Der Mensch besaß zwar so was, wie ’ne Art Vernunft,
doch die reichte nur dafür aus, dass er noch bess’re Waffen schuf,
noch stärkere Überwachung, noch strengere Passkontroll’n.
Egal, wo man hinsah, alles wurd’ regiert von blanker Furcht!
Bürger marschierten für das Abendland unter dem Hakenkreuz,
parallel dazu, erschoss ’n weißer Cop ’nen schwarzen Jung’,
währenddessen wurd’ jemand gefoltert in Guantanamo
und ISIS-Kämpfer köpften Christen in orangenen Kostüm’n!
Unsere Geschichte bestand nur aus Sklaverei und Krieg –
wir war’n uns zu fremd, um uns anzuseh’n als Kollektiv.
Und als Kolumbus in Amerika ankam,
zückte er seine Knarre und sagte dann zum Indianer:

[Mine]
Ich bin wie du, du bist nur etwas anders.
Ich versteh’ dich nicht, ich bin hier nur gelandet.
Ich hab’ Angst vor dir,
deshalb mach’ ich dich kaputt jetzt,
Schluss jetzt, ich muss jetzt.
Schuss!

Ich bin wie du, ich bin nur etwas anders.
Ich versteh’ dich nicht, ich bin hier nur gelandet.
Ich hab’ Angst vor dir,
deshalb mach’ ich dich kaputt jetzt,
Schluss jetzt, ich muss jetzt.
Schuss!

Ich bin wie du, du bist nur etwas anders.
Ich versteh’ dich nicht, ich bin hier nur gelandet.
Ich hab’ Angst vor dir,
deshalb mach’ ich dich kaputt jetzt,
Schluss jetzt, ich muss jetzt.
Schuss!

Ich bin wie du, ich bin nur etwas anders.
Ich versteh’ dich nicht, ich bin hier nur gelandet.
Ich hab’ Angst vor dir,
deshalb mach’ ich dich kaputt jetzt,
Schluss.

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