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Donnerstag, 23. Februar 2012

So sollte kein Leben enden und doch habe ich es schon mehrfach mitbekommen | Suicid


Das Leben endet mit hundertprozentiger Sicherheit immer mit dem Tod.

Unschön wenn dieser selber herbeigefügt wird, sei es durch Unachtsamkeit oder Absicht.
Der erste Mensch der mit einem für mich wahrscheinlichen Freitot diese Erde verlassen hat war ein Pfadfinderfreund.
Pingo hatte nicht gerade das leichteste Leben als Weise in einer Adoptivfamilie und als er in den Fjorden von Namsos, Norwegen mit zertrümmertem Schädel an einer Steilwand aufgefunden wurde, zweife ich am Suizid.
Einen Tag vorher hatten wir noch viel Spaß gehabt und ne Menge gelacht.
Es muss ein Unfall gewesen sein.

Der Zweite der sich "verabschiedete" war auch ein Pfadfinder.
Er war Leiter in meinem Verein in Solingen und hatte wohl ein Alkoholproblem.
Sein Leben endete mit einer Krawatte an der Türklinke.

Dramatisch wird es wenn ein alter Kumpel in jungen Jahren die Bühne verläßt wie es bei "Ratte" der Fall war.
Wir hatten viel zusammen erlebt, waren nicht die dicksten Freunde aber oft genug gemeinsam unterwegs und dann erfahre ich von einem alten Klassenkameraden und gemeinsamen Freund von uns, dass der Spanienurlaub schief ging.

Ratte stand wohl im Ferienhaus an einem Balkongeländer und fiel ca. 8m in die Tiefe, zertrümmert und starb in den Armen meines Klassenkameraden.
War es ein Unfall ? Drogen im Spiel ? Der Liebeskummer von Ratte ?
Ich werde es nie erfahren und so haben wir ihn unter dreissig beerdigt.

Jetzt hat es meine Familie erwischt und eine Person die ich sehr mochte.
Dieses Leben endete mit einem aufgesetztem Schuss ins Herz.
Ich trauere mit der ganzen Familie.

Suizid muss nie sein, man sollte reden - nicht jeder schafft dies allerdings und das ist höchst bedauerlich.

Man muss mit dem Tod und auch dem Freitod leben scheint mir, obwohl ich es nicht verstehe.

Du wirst fehlen.


3 Meinungen:

ulf_der_freak hat gesagt…

Das tut mir leid. Wirklich, nicht nur so geschrieben.

Ich selbst bin mehrfach gescheitert daran. Zum Glück, kann ich heute sagen.
Darüber zu sprechen, was einen quält, ist unglaublich schwer. Dagegen anzukämpfen, sich Hilfe suchen, überhaupt das ganze als zu bekämpfen zu betrachten ist oft schier unmöglich.

Ich habe irgendwann die Kurve gekriegt. Andere schaffen das nicht. Die gehen dann einen anderen Weg. Wenn dann irgendwelche hirn- und ahnungslosen Spacken diese als Feiglinge und Rücksichtslose  beschimpfen, dann raste ich aus.

Was im Kopf vor sich geht, ist für Außenstehende kaum zu begreifen.

Jens hat gesagt…

Danke Ulf,
genau so sehe ich es auch, ich verurteile niemanden halte diesen Weg jedoch für den Falschen.
Gut wenn man die Kurve kriegt.

Zeitzeugin hat gesagt…

Das tut mir leid.

(Btw., ich war auch eine ganze Zeitlang stark suizidgefährdet und dennoch halte ich Suizide für relativ rücksichtslos, zumindest dann, wenn man dadurch das Leben völlig Unbeteiligter, wie etwa Lokomotivführer, zerstört. Beschimpfen oder grundsätzlich abstempeln würde ich jedoch niemanden deswegen. )

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