Ich habe wieder angefangen zu lesen.
Ja ja... so richtig... gedruckte Bücher, Papier zwischen den Fingern, der Geruch von Seiten. Wobei ich ehrlich gesagt bald den nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung machen werde:
Ein E-Ink-Reader muss her.
Ich schiele darauf einen alten Kindle zu flashen, aber hab eher Lust auf das kleine xteink x4 pro. Einfach mal abends im Bett in Ruhe lesen, echtes Me-Time zelebrieren, die Augen vom ständigen Mac- oder Smartphone-Display schonen und den eigenen Input wieder etwas erweitern.
Aktuell liegt Dungeon Crawler Carl im Atomlabor.
Kurz gesagt: DCC ist super! Ein absoluter Kracher und wahnsinnig unterhaltsam.
Davor hatte ich mir Eruption vorgenommen, das posthume Werk von Michael Crichton. Was soll ich sagen? Es hat mich so sehr enttäuscht, dass ich das Buch zwar komplett gelesen habe, aber wirklich nicht verstehen kann warum es so umgesetzt wurde. Harte, den Crichtons Romane habe ich immer gerne gelesen, davor nochmal Beute (Prey), welches ich vor Jahren schon mal gelesen hatte, wieder zu Gemüte geführt. Da gibt es wirklich tolle Romane von ihm, der Letzte war es leider nicht. Aber hey, es gibt ja noch genug zu entdecken, auch und gerade die sehr atmosphärischen Dinge. Wenn es einen Autor gibt, der dichte Stimmungen erzeugen kann wie kaum ein zweiter, dann ist das Haruki Murakami.
Kurz gesagt: DCC ist super! Ein absoluter Kracher und wahnsinnig unterhaltsam.
Davor hatte ich mir Eruption vorgenommen, das posthume Werk von Michael Crichton. Was soll ich sagen? Es hat mich so sehr enttäuscht, dass ich das Buch zwar komplett gelesen habe, aber wirklich nicht verstehen kann warum es so umgesetzt wurde. Harte, den Crichtons Romane habe ich immer gerne gelesen, davor nochmal Beute (Prey), welches ich vor Jahren schon mal gelesen hatte, wieder zu Gemüte geführt. Da gibt es wirklich tolle Romane von ihm, der Letzte war es leider nicht. Aber hey, es gibt ja noch genug zu entdecken, auch und gerade die sehr atmosphärischen Dinge. Wenn es einen Autor gibt, der dichte Stimmungen erzeugen kann wie kaum ein zweiter, dann ist das Haruki Murakami.
Der Rhythmus des magischen Realismus: Murakami und die Seele des Jazz
Wer sich also schon einmal in den Welten von Haruki Murakami verloren hat, kennt diese fast schon greifbare, hypnotische Szenerie nur zu gut. Jemand kocht entspannt Spaghetti in einer ruhigen Küche, irgendwo klingelt gedämpft ein Telefon und im Hintergrund knistert unweigerlich eine alte Jazz-Platte. Für den japanischen Bestsellerautor ist die Musik nämlich nie nur bloße Kulisse, sie ist der pulsierende Herzschlag seiner Erzählungen und die Brücke in genau jene surrealen Zwischenwelten, für die wir ihn weltweit abfeiern. Und ich werde nicht müde zu erzählen, dass Musik auch ein großer Teil in meinem Leben ist, aber hier geht es heute nicht um mich, aber es gibt was für mich. Denn Murakamis Bindung zur Musik ist tief, echt und begann mit einem Paukenschlag. 1964 besuchte er als 15-Jähriger ein Konzert von Art Blakey and the Jazz Messengers in Kobe. Ein einschneidendes Erlebnis für ihn, denn statt danach brav die klassische Konzernkarriere hinzulegen, machte er 1974 noch vor seinem Uni-Abschluss gemeinsam mit seiner Frau Yoko einen eigenen Jazz-Club in Tokio auf. Und irgendwie finde ich das sooo cool und nachahmenswert. Der Laden hieß übrigens Peter Cat (benannt nach seiner Katze) und wurde über sieben Jahre lang zu seinem Wohnzimmer. Murakami stand also hinter dem Tresen, mixte Drinks, servierte Essen und legte pausenlos Platten auf. Ein Traum.
Inzwischen ist seine private Vinylsammlung auf schätzungsweise 10000 LPs angewachsen. Wenn ich da auf meine gut 500 Platten hier im Regal blicke, ist das zwar auch schon eine ziemlich schöne Auswahl an Soul, HipHop und Alternative, aber die Dimensionen in Murakamis Plattenschrank spielen einfach in einer völlig anderen Liga.
Vom Peter Cat an die Schreibmaschine
Die Idee, selbst Autor zu werden, kam ihm völlig unerwartet im April 1978 bei einem Baseballspiel der Tokyo Yakult Swallows. Nach Feierabend in seinem Club saß er dann nachts an seinem Küchentisch und schrieb sein Erstlingswerk Hear the Wind Sing (Wenn der Wind singt). Das Spannende daran ist wohl, das er das Schreiben nicht in irgendwelchen elitären Literaturseminaren gelernt hat, sondern direkt von der Musik. Rhythmus, Harmonie, freie Improvisation, das ist das absolute Fundament seines unverwechselbaren Stils. Wie genial Musik und narrative Schichten bei ihm verwoben sind, zeigt sich wunderbar in Kafka am Strand hörte ich zumindest. Dort beschreibt er eine Szene, in der das Sopransaxofon von John Coltrane langsam ausklingt und McCoy Tyners Klaviersolo übernimmt. Er schildert, wie die geduldige, sich wiederholende Musik langsam die Realität aufbricht und die Stücke neu zusammensetzt und mit einem hypnotischen, fast schon bedrohlichen Geruch, „genau wie der Wald“.
Genau diese düster-elegante Atmosphäre fängt ein fantastisches zweistündiges Radio-Special von NTS Radio ein, also ein literarischer Soundtrack, der Murakamis musikalisches Universum perfekt destilliert.
Egal, ob die zeitlose Intimität des Bill Evans Trios, die komplexen Klänge von Thelonious Monk und Miles Davis oder die Avantgarde von Ornette Coleman und Charles Mingus, dieser Mix führt durch die prägenden Epochen des Jazz und ist der perfekte Begleiter für die nächste Lesesession. Ich freue mich echt darauf, mein Buch in den hand zu nehmen und im Hintergrund die Musik wahrzunehmen.
Die Idee, selbst Autor zu werden, kam ihm völlig unerwartet im April 1978 bei einem Baseballspiel der Tokyo Yakult Swallows. Nach Feierabend in seinem Club saß er dann nachts an seinem Küchentisch und schrieb sein Erstlingswerk Hear the Wind Sing (Wenn der Wind singt). Das Spannende daran ist wohl, das er das Schreiben nicht in irgendwelchen elitären Literaturseminaren gelernt hat, sondern direkt von der Musik. Rhythmus, Harmonie, freie Improvisation, das ist das absolute Fundament seines unverwechselbaren Stils. Wie genial Musik und narrative Schichten bei ihm verwoben sind, zeigt sich wunderbar in Kafka am Strand hörte ich zumindest. Dort beschreibt er eine Szene, in der das Sopransaxofon von John Coltrane langsam ausklingt und McCoy Tyners Klaviersolo übernimmt. Er schildert, wie die geduldige, sich wiederholende Musik langsam die Realität aufbricht und die Stücke neu zusammensetzt und mit einem hypnotischen, fast schon bedrohlichen Geruch, „genau wie der Wald“.
Ein literarischer Soundtrack:
Der NTS-Mix
Genau diese düster-elegante Atmosphäre fängt ein fantastisches zweistündiges Radio-Special von NTS Radio ein, also ein literarischer Soundtrack, der Murakamis musikalisches Universum perfekt destilliert. Egal, ob die zeitlose Intimität des Bill Evans Trios, die komplexen Klänge von Thelonious Monk und Miles Davis oder die Avantgarde von Ornette Coleman und Charles Mingus, dieser Mix führt durch die prägenden Epochen des Jazz und ist der perfekte Begleiter für die nächste Lesesession. Ich freue mich echt darauf, mein Buch in den hand zu nehmen und im Hintergrund die Musik wahrzunehmen.
Hier ist die Tracklist des NTS Specials, falls ihr euch die Vibes direkt auf die Ohren holen wollt:
- Bill Evans Trio, Scott LaFaro, Paul Motian – Waltz For Debby
- Thelonious Monk, Gerry Mulligan – 'Round Midnight
- Miles Davis, John Coltrane – So What
- Cannonball Adderley, Miles Davis – Autumn Leaves
- Charles Mingus – Pithecanthropus Erectus
- Lester Young & Teddy Wilson Quartet – All Of Me
- Thelonious Monk Quintet – Jackie-ing
- The Horace Silver Quintet – Song For My Father
- Herb Geller – S' Pacific View
- Art Blakey And His Jazz Messengers – No Problem (First Version)
- Eric Dolphy – Serene
- Herbie Hancock – Maiden Voyage
- Sonny Rollins – The Bridge
- Dexter Gordon – Gingerbread Boy
- Ornette Coleman – Lonely Woman
- Dizzy Gillespie – Manteca
- Stan Getz feat. Astrud Gilberto – The Girl From Ipanema
- John Coltrane – My Favorite Things
Ich werde mich jetzt jedenfalls wieder den Dungeons bei Dungeon Crawler Carl widmen. Was lest ihr gerade so? Und mit welchem Soundtrack begleitet ihr eure Leseabende?

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