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G-Funk trifft P-Funk | Warum „Generation P“ von Jay Worthy vielleicht das wichtigste Klassentreffen der Westküste 2026 ist

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G-Funk trifft P-Funk | Warum „Generation P“ vielleicht das wichtigste Klassentreffen der Westküste 2026 ist
Wenn das Mothership direkt in Compton landet. 

Ein 1941 geborener P-Funk-Pionier und ein kanadisch-kalifornischer Rap-Ästhet tuen sich für ein gemeinsames Album zusammentun, das könnte auf den ersten Blick nach einem wilden Industrie-Konstrukt klingen, aber bei „Generation P“ passiert genau das Gegenteil. Am 28. August 2026 landet das Mothership ein weiteres Mal und liefert genau das Kollaborationsalbum, auf das die Westküste irgendwie seit 1996 gewartet hat, ohne es vorher zu wissen. Ich habe so einige George Clinton Parliament und Funkadelics Alben auf Vinyl in meinem Plattenregal und halt die CD "George Clinton Greatest Funkin´Hits".


G-Funk trifft P-Funk | Warum „Generation P“ vielleicht das wichtigste Klassentreffen der Westküste 2026 ist


 

Ein Westcoast-Klassentreffen

Veröffentlicht über Westside Worldwide / EMPIRE, schlagen Jay Worthy und George Clinton hier eine Brücke, die eigentlich schon immer da war. Musikalisch basiert HipHop an der Westküste ohnehin zu gigantischen Teilen auf dem Fundament, das Clinton in den 70ern und 80ern gegossen hat. Denn mit „Generation P“ wird aus diesem Erbe nun eine direkte Zusammenarbeit.

Zusammen mit seinem Partner Sean House, der die komplette Produktion des 12-Track-starken Albums übernommen hat, bildet Worthy bekanntlich das Duo LNDN DRGS. Und genau dieser unverkennbare Sound prägt das Projekt: Old-School G-Funk verschmilzt mit luxuriösem Soul und dem waschechten, ungefilterten P-Funk von Clinton. Dass diese musikalische Ehe verdammt gut funktioniert, haben die ersten Singles wie „Knee Deep“ (mit Snoop Dogg) und „Atomic P“ längst bewiesen. Worthy liefert die messerscharfen, entspannten Rap-Parts, während die Instrumentals atmen können und ja, für mich klingt das nach 1996. 



Man muss sich jetzt mal die Tracklist ansehen. Das liest sich in der Tat nicht wie ein normales Feature-Line-up, sondern wie das absolute Who’s-Who der Szene:

  • Holly Wants to Go (Intro)
  • Knee Deep (feat. Snoop Dogg)
  • P of the Week (feat. Larry June & Leven Kali)
  • Atomic P
  • One Nation (feat. Ty Dolla $ign)
  • Oh I (feat. Channel Tres & Terrace Martin)
  • Allegiance (feat. Kokane)
  • Adolescent (feat. Curren$y)
  • Chasers (feat. 03 Greedo & Eyedress)
  • What It P Like (feat. Del the Funky Homosapien & Aceyalone)
  • Holly Wants to Leave (Outro) (feat. AB-Soul)
  • One Nation P Mix (feat. YG & The Game)


Und genau hier wird es für uns HipHop-Puristen richtig spannend. Track Nummer 10, „What It P Like“, bringt einfach mal die Underground-Ikonen Del the Funky Homosapien und Aceyalone zurück. Das sind genau die Momente, die dem Album eine Tiefe geben, die weit über den üblichen G-Funk-Standard hinausgeht. Und um ehrlich zu sein, hoffe ich auf eine komplette Rückkehr zum P-Funk und G-Funk. Warum ich da noch optimistisch bin? Weil Generation Z gerade wieder CDs wiederentdeckt, sich alte Musik reinzieht und Künstler wie Kernard Reid zum Beispiel mit BADMAN!, genau diesen Vibe wiederbeleben und leben. 


G-Funk trifft P-Funk | Warum „Generation P“ vielleicht das wichtigste Klassentreffen der Westküste 2026 ist

Zwei Generationen, eine DNA

Warum diese Zusammenarbeit zwischen George und Jay so logisch ist, versteht man am besten, wenn man sich die beiden Architekten hinter „Generation P“ genauer ansieht.

Jay Worthy

LNDN DRGS / Griselda
Bürgerlich: Jeffrey James Worthy
Geboren: 14. Januar 1986 (Vancouver)
Roots: Compton (Westside Piru Bloods)
Sound: Relaxed Flow, Late-70s/80s Soul & Sample-G-Funk

Worthy blickt auf eine ziemlich facettenreiche Biografie zurück. Obwohl er mit 17 Jahren ins harte Compton-Viertel rund um die Brazil Street und Wilmington Avenue zog und sich in die Gang-Kultur eingliederte, verzichtet er musikalisch komplett auf die typische aggressive Härte. Sein Stil ist von smoothsten G-Funk-Produktionen geprägt. Dazu kommt eine tiefe Liebe zur Skate-Kultur: In Vancouver besuchte er den Slam City Jam, sammelte Wu-Tang-Skatedecks und ist bis heute mit Marken wie Alltimers eng verbandelt. Das Skateboard zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben.

George Clinton

Godfather of P-Funk
Geboren: 22. Juli 1941 (Kannapolis, NC)
Bands: Parliament, Funkadelic, The Parliaments
Ursprung: Hinterzimmer eines Friseursalons (1955)
Meilensteine: "Computer Games" / "Atomic Dog" (1982/83)

Kein G-Funk ohne George Clinton. Er ist der Kopf der bahnbrechenden Bands Parliament und Funkadelic und schlicht einer der am häufigsten gesampelten Musiker aller Zeiten. Von Snoop Dogg über Kendrick Lamar bis Travis Scott, ja, sie alle haben ihre größten Hits auf seinen Beats und Basslines aufgebaut. Die Tantiemen dieser Samples halfen Clinton über Jahrzehnte hinweg, seine Karriere fortzusetzen und nun, im Jahr 2026, noch immer den Ton anzugeben.


G-Funk trifft P-Funk | Warum „Generation P“ vielleicht das wichtigste Klassentreffen der Westküste 2026 ist

Promo, aber in gut: Das 16-Bit-Game zum Album. 

Und weil ein klassisches Musikvideo als Vorab-Promo heutzutage vielleicht ein bisschen zu gewöhnlich ist, haben Worthy und Clinton noch ein feines digitales Artefakt abgeliefert: Das voll spielbare Retro-Videospiel „P of the Week“, welches ich schon durchgespielt habe und den Endboss George in seinem Mothership herunterholte um meine Hoe zurückzubekommen ;)


Designer Kyle Zimmer hat sich dabei glücklicherweise geweigert, eine billige moderne Kopie zu bauen. Das Ding spielt sich (im mobilen Browser unter poftheweek.com), als würde man auf einem alten Röhrenfernseher daddeln. Eine charmante Mischung aus Super Mario Movement und Streets of Rage Prügeleien. Ihr steuert Worthy selbst, trefft auf seine Kumpels und sammelt Power-ups wie den Pilz (+1 Gesundheit) oder das Thrasher-Logo, das konsequenterweise den unbesiegbaren „Skate Mode“ freischaltet. Ganz witzig, nicht übermäßig schwierig, aber durchwegs unterhaltsam mit dem Album Soundtrack - daher muss man es sich echt geben.

Zavier Croft, Clintons Enkel und A&R des Projekts, nennt es einen interaktiven Tribut an eine fast vergessene Ära von physischen Medien. Und genau das passt perfekt zur Gesamtstimmung von „Generation P“.


Schnappt euch also virtuell das Skateboard, markiert euch den 28. August im Kalender und macht euch bereit für ein Album, das den Funk ziemlich elegant ins Hier und Jetzt übersetzt. Man muss es irgendwie lieben. 


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