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Detroit Rising Lush Grooves Vol. 2 | Full EP Stream & Musiktipp

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Detroit Rising Lush Grooves Vol. 2 | Full EP Stream & Musiktipp
Hey Wochenende und frische Musik von Detroit Rising.

Vol. 1 hatte noch diesen lässigen Blick über die Schulter, dazu warmes Licht, Neo-Soul im Rücken, ein bisschen Jazzkeller, ein bisschen Lounge, ein bisschen später Abend mit gutem Getränk in der Hand. Also, genau mein Ding. Ich hatte euch Lush Grooves Vol. 1 hier ja vor kurzem ans Herz gelegt, weil diese Remix-Sammlung so schön gezeigt hat, wie man alten Soul-Geist nicht einstauben lässt, sondern in Bewegung bringt, ganz modern.

Jetzt kommt Lush Grooves Vol. 2.

Und ja, da steht keiner mehr entspannt an der Bar herum, versprochen.

Die Sneaker sind fest gebunden, die Bassdrum schaut nicht mehr fragend in den Raum, sondern macht direkt klar, wer heute die Haustür auftritt. Nicht brutal., nicht stumpf, aber deutlich. DownJazz Records und Detroit Rising schieben den warmen Kern aus „This is Neo Soul“ diesmal tiefer in Richtung Club. Mehr House, mehr Bruk, viel mehr Bass und es ist genau der Shice den ich liebe. Dieses schöne leichte Flackern von Vol. 1 ist natürlich noch da, nur hängt die Lampe jetzt etwas tiefer und der Boden leuchtet mit.


Das ist elektronische Dance Music, die richtig Emotionen erweckt. Ich nicke mit dem Kopf und mein Körper wippt mit. Klingt vielleicht etwas pathetisch, aber genau so fühlt es sich an. Schon der Einstieg mit MAKEZ auf Dre’s World macht nicht lange Smalltalk, dieser Remix rollt tief, drückt sauber nach vorne und hat diese trockene Selbstverständlichkeit, die ich bei guten House-Produktionen liebe. 



Detroit Rising Lush Grooves Vol. 2 | Full EP Stream & Musiktipp

Da passiert nichts Überflüssiges und der Groove kommt rein und bleibt.


Schön ist auch, dass MAKEZ gleich noch einmal an Open Letter ran dürfen und diesmal etwas länger ausgelegt, etwas mehr Geduld im Aufbau, aber nicht träge. Dann kommt EVM128 mit dem Broken-Beat-Remix von Open Letter, und genau da wird es für mich richtig interessant, denn der Beat federt, stolpert, fängt sich wieder, schiebt seitlich aus der Hüfte. Das kann schnell verkopft wirken, so ein bisschen wie Musikerlatein im Club, tut es hier aber nicht. Es bleibt körperlich sehr warm und greifbar. Und es steckt genug Unruhe drin, um wach zu bleiben, aber nicht so viel, dass der Groove auseinanderfällt. Für eine Breakbeat-Variante richtig cool und erinnert mich latent auch an alte Jungle-Zeiten.

Jimpster ist natürlich auch wieder dabei. Bei Vol. 1 hat er noch diese luftige Dub-Seite bedient, elegant und absolut geschmackssicher, sehr fein geführt. Auf Vol. 2 packt er bei „Don't Stop the Feeling“ mehr Druck darunter. Der House-Remix geht geradewegs nach vorne, bleibt aber immer noch Jimpster. Also nicht plump, nicht auf schnelle Hände in der Luft gebaut, sondern mit Raum, Tiefe und diesem kleinen Funkeln, das man nicht einfach so auf die Schnelle programmieren kann.

Und Kai Alcé? Der nimmt sich Talking Walls vor und macht daraus einen warmen Four-to-the-Floor-Moment. Richtig erdiger Deep House, nicht zu sauber gebügelt, nicht zu brav und auf keinen Fall glatt. Ich mag daran besonders, dass der Remix nicht versucht, die Herkunft des Materials zu verstecken, denn man hört die Soul-Unterkonstruktion sehr schön heraus.

Streeton, Don Surf und Bruk Rogers setzen dann weitere Ecken und Kanten ins Bild. Mehr Breakbeat, mehr Bruk, mehr UK-Energie, mehr Bewegung zwischen den Geraden. Das Album wirkt dadurch nicht wie eine lose Restekiste aus Remix-Dateien, sondern wie ein zweiter Gang. Vol. 1 war das Aufwärmen. Vol. 2 startet jetzt richtig durch. Ich möchte das alles zusammen gerne auf Platte haben.

Part tribute to the late, great Roy and part reverane to the 1970's sound of Neo-Soul-Jazz, this electronic dance album has a stellar roster of remix artists.


Was ich an dieser ganzen Detroit-Rising-Geschichte mag, ist natürlich der Umgang mit Herkunft. Die Basis kommt aus „This is Neo Soul“, also aus einem live eingespielten musikalischen Umfeld mit Mark Adams und Chris DeCarmine, beide aus der Nähe von Roy Ayers Ubiquity. Da ist dann diese 70er-Wärme drin mit Rhodes, Soul, Jazz, Funk, ein bisschen kosmisches Funkeln, ohne gleich total in Nostalgie zu baden und genau das ist wichtig. Wer auf Deep House, Breakbeat, Bruk, Soulful House und Nu-Jazz steht, dürfte hier ziemlich schnell andocken und es so feiern, wie ich es tue. Wer dagegen nur glatte Streaming-Tapete sucht, wird vielleicht kurz irritiert gucken.


Checkt das Ding auf Bandcamp.
Und ja, diesmal darf es ruhig etwas lauter werden.

DownJazz Records
Lush Grooves Vol. 2
House, Bruk, Soul und dieser kleine nächtliche Glimmer, wenn der Bass endlich den Raum übernimmt.
Bandcamp
Atomlabor

soul


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Atomlabor ist der Blog von Jens Mahnke

Netzaktiv seit 1997. Blogger seit 2007.


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