Purp Reynolds | Gefühl als Pose
Man merkt ziemlich schnell, ob jemand einfach nur rappt oder ob da wirklich was dahintersteckt. Bei Purp Reynolds ist das so ein Fall, denn er will nicht der Lauteste sein, nicht der Krasseste. Der will dich erreichen. Und das klingt erstmal wie so ein Satz, den jeder sagen könnte, aber bei ihm fühlt es sich ehrlich an.
Musik läuft bei ihm schon ewig, so dieses klassische Ding: als Kind damit aufgewachsen, die alten Sachen inhaliert und irgendwann gemerkt, dass da mehr geht als nur hören. Die Einflüsse sind klar. Oldschool, Funk, ein bisschen Soul, alles, was Groove hat und nicht nur auf Punchlines setzt. Genau das zieht sich durch seinen Sound.
Mehr Groove im Untergrund
Und das ist vielleicht auch der Punkt, an dem er sich absetzt. Während viele im Underground aus Nordkalifornien eher auf Härte und Attitüde gehen, bringt er Rhythmus rein, mehr Bewegung, mehr Gefühl. Tracks, die nicht nur nach vorne drücken, sondern auch hängen bleiben. So ein bisschen wie ein Loop, der im Kopf weiterläuft, auch wenn der Song längst vorbei ist.
Hell yeah, das passt schon ziemlich gut.
Wenn du reinhören willst, schnapp dir Shattered Dreams mit G. Money. Der Track trifft den Kern ziemlich gut. Nicht zu glatt, nicht zu verkopft. Einfach ein Ding, das funktioniert.
Das Mixtape The Street Star kam übrigens schon 2010 raus und liegt komplett bei Bandcamp. Kein großes Tamtam, kein künstlicher Hype, eher so ein Fundstück, über das man stolpert und dann kurz hängen bleibt. Und genau das macht es irgendwie spannend.
