4 Minuten Sound auf jeder Seite. That's all. But epic.
Bisher drehten sich diese putzigen tiny vinyl, kleinen 4-Zoll-Platten von Acts wie BTS, Chappell Roan oder Kid Cudi ja meistens völlig deplatziert wirkend auf unseren normalen, riesigen Turntables. Das funktioniert technisch absolut problemlos, auch wenn es auf einem massiven 12-Zoll-Plattenteller immer ein bisschen unfreiwillig komisch aussieht, wenn man den Tonarm auf das winzige Stückchen Plastik absenkt.
Wer sich Noah Kahan, Doechii oder Zara Larsson im Bonsai-Format zulegt, will diese Scheiben aber vielleicht nicht immer auf der großen Anlage abspielen oder sie als reinen Tischschmuck verstauben lassen und genau hier grätscht Tiny Vinyl jetzt mit einer neuen Idee dazwischen, die aus meiner Sicht viel zu lange hat auf sich warten lassen. Als direkte Antwort auf händeringende Fan-Wünsche feuern die Gründer für knapp fünfzig Dollar einen winzigen, dedizierten Tiny-Vinyl-Player auf den Markt. Na, geht doch. Ich finde diese kleinen Player eh ganz charmant und erinnere mal direkt an diesen hier von Crosley, der sogar auf noch kleineres Vinyl (3") setzt.
Drüben in den Staaten steht das Ding exklusiv bei Target in den Regalen, was für uns in Europa mal wieder eine nervige kleine Import-Schnitzeljagd bedeutet, auch für die kleinen Records (zumindest auf Discogs findet man sie, wobei die Versandkosten aus den Staaten abartig sind). Für das vollständige Fan-Universum gibt es dann noch eine Storage-Crate für zwanzig Dollar und einen Display-Frame für fünfzehn Dollar obendrauf. Preislich also ganz attraktiv für so ein Design- und Musikgadget, als das ich es betrachte.
Schöne Spielerei | Der kleine Plattenspieler für 4" Scheiben.
Man holt sich da nämlich im Grunde eine plastikgewordene Spielerei ins Haus, die allerdings erstaunlich schickes Kunstleder trägt. Der kleine Koffer ist ein manueller Belt-Drive-Plattenspieler, der exakt das macht, was die großen Brüder auch tun, nur eben drastisch geschrumpft. Klanglich liefert das Kerlchen exakt das, was man von einem Fünfzig-Dollar-Gag erwarten darf, denn der Sound aus den eingebauten Lautsprechern ist spürbar dünn, wie man in den ersten Beiträgen auf YouTube hören kann. Er wirkt leicht dumpf und neigt bei höheren Pegeln unweigerlich zur Verzerrung, aber die Entwickler haben mitgedacht und eine Bluetooth-Option reingepackt. Du kannst das kleine Audio-Drama also ganz elegant umgehen, indem du den Sound einfach auf vernünftige externe Speaker oder deine eigenen Kopfhörer ballerst. Kleines Zubehör für den Tiny Vinyl Player.
Um das winzige Ökosystem abzurunden, gibt es das besagte Zubehör zum Ausstellen und Sammeln. In die Storage-Crate passen entspannte dreißig Mini-Platten. Der optische Clou an der Kiste ist, dass der Plattenspieler mit seinen Füßen haargenau in die Vertiefungen auf der Oberseite passt und somit absolut wackelfrei sitzt.Erwarte also bloß kein audiophiles High-End. Wer aber eine charmante Art sucht, die kleinen Cover zu inszenieren, wird hier definitiv glücklich. Ich finde es als Gag bzw. als Wohnaccessoire echt cool, leider hat man kaum Chancen, es in Europa günstig zu bekommen.

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