Ja, die Krone wiegt schwer.
Es war in letzter Zeit etwas ruhiger hier im Atomlabor. Wer meine Updates verfolgt, weiß: Mein neuer Job bei der Karawane haut kognitiv ordentlich rein. Nach einem intensiven Arbeitstag als Hybrid aus Social-Media-Manager und IT-Administrator, kombiniert mit den KI-Projekten für Firmenkunden, bin ich abends oft einfach platt. Das Bloggen hatte da zuletzt leider das Nachsehen, was mir einen gewissen Leidensdruck auferlegt. Aktuell heißt es beim neuen Arbeitgeber allerdings erstmal: ordentlich aufräumen, umräumen und Prozesse optimieren. Das wird sich alles wieder einpendeln, aber ich muss mich und die Unternehmen gerade erst einmal neu kalibrieren.Trotzdem leiste ich heute erstmal Abbitte.
Ich kam netterweise schon vor dem offiziellen Release am 23. Oktober in den Genuss, Heavy Is The Crown von Anderson .Paak und Cordae zu hören. Ich habe es aber zeitlich einfach nicht geschafft, vorab eine Rezension zu droppen.Aber ganz ehrlich: Das Kollabo-Album hat jede Aufmerksamkeit verdient. Die beiden haben für mich mal eben HipHop im Jahr 2026 gerettet.
Anderson .Paak bleibt für mich ohnehin ein absoluter Allzeitheld... allein, wenn ich an das kongeniale Zusammenspiel mit Mac Miller zurückdenke (R.I.P.). Cordae hingegen ist genau der Typ, der diesen eleganten 90er-Boom-Bap-Vibe unfassbar authentisch hochhält. Was die beiden hier auf 11 Tracks in knackigen 31 Minuten abliefern, ist schlichtweg Elite-Rap. Keine überflüssigen Längen, kein Filler-Material.
Dass J. Cole hier nicht nur liebe Grüße ausrichtet, sondern zusammen mit Produzenten wie Swizz Beatz, 9th Wonder und Conductor Williams das musikalische Fundament gießt, hört man ab der ersten Sekunde. Tracks wie das von Cole produzierte „58th Floor“ sitzen einfach perfekt. Und wenn Swizz Beatz für „Godfather II“ einen geradezu cineastischen Mafia-Beat mit opulenten Chören bastelt, wird es ganz großes Kino. Auf dem Titeltrack „Crown“ liefert Conductor Williams hochgepitchte Samples für eine soulig-wehmütige Atmosphäre, in der Cordae extrem verletzlich über Verlust und den familiären Druck reflektiert.
Die Platte schlägt einen großartigen Bogen. Auf der einen Seite dieser klassische Oldschool-Flavor mit schiefen Streichern („Airbender“) oder astreiner Storyteller-Rap („Days Go By“). Auf der anderen Seite Momente wie das jazzige „Helpless“, das fast komplett ohne Beat auskommt und sich nur auf Bläser, Streicher und intime Geständnisse über toxisches Verhalten stützt. Und dann „A Good Day“ als sonniger Mashup, der lyrisch an Ice Cube erinnert und entspannt Bill Withers sampelt, das macht einfach unfassbar viel Spaß... also, das komplette Album.
Feinste Beats, grundsolide Flows, gepaart mit wahnsinnig viel Witz und Unterhaltungswert. Das Vinyl als Special Edition ist natürlich längst bestellt und wird sich bald zu den anderen Platten in mein Regal gesellen. Als WAV-Dateien lagen mir die Tracks ja glücklicherweise vom Label schon vor, weshalb das Album nochmal in bester Qualität auf meinen iPod gewandert ist, um mich draußen zu begleiten.
Die beiden haben die Werbetrommel ohnehin ordentlich gerührt, und ich bin mir gar nicht sicher, welchen Impact dieser Blogbeitrag hier überhaupt noch haben wird. Aber es ist, wie es ist: Ich musste das loswerden.
Für mich das wohl beste HipHop-Album im Jahr 2026.
Fotos Copyright Kaito | Presse

