Raw Boxingtime | Das Tape zum Wochenende.
Zwischen Social-Media-Work und Programmieren, finde ich jetzt wieder Blogzeit. Heute gibt es acht kurze Tracks, keine Spielereien, kein Konzeptballast, direkt auf die Zwölf. Das Ding läuft durch wie ein intensives Training, bei dem du nach der Hälfte merkst, dass Aufhören keine Option mehr ist.
Mister Boxer macht hier genau das, was der Titel verspricht.
Keine Hooks zum Mitsingen, keine glattgezogenen Refrains. Stattdessen kurze Runden mit Druck, direkt nach vorne, immer leicht angeschlagen, aber nie wackelig. Alles produziert von Bean Lebouc (der mir sein Werk direkt persönlich zustellte), alles reduziert auf das Nötigste. Die Beats wirken stabil. Looplastig, kantig, manchmal fast störrisch. Genau das gibt den Tracks ihren Drive.
Acht Runden, keine Pausen.
Alle Songs bleiben unter drei Minuten und das ist kein Zufall. „Adversary“ zieht dich rein wie ein Warm-up, „Excel Saga Freestyle“ hält die Spannung hoch, „First Hater Gets Pinned“ ist weniger aggressiv als vorab vermutet. Das fühlt sich weniger nach Albumdramaturgie an, mehr nach Sparring im Gym. Track für Track. Schlag, Schritt, Atem holen, weiter fighten.
Zum Schluss lockert „Be New For Christmas“ die Sache minimal auf. Nicht weich, eher mit einem Augenzwinkern. So ein Moment, in dem du kurz grinst, bevor du wieder Tempo aufnimmst, zumal man den Sound ja kennt, ein gutes Outro.
Was natürlich sofort auffällt: Hier wurde nichts glattgebügelt. Man hört, dass das Sessions sind, eingefangen im richtigen Moment. Kein Hochglanz, kein Überproduzieren. Genau das macht den Reiz aus. Bean Lebouc lässt den Beats genug Luft, damit Mister Boxer vorn bleiben kann. HipHop trifft Alternative, gelegentlich ein jazziger Unterton, alles sehr direkt, was mir sehr gefällt. Also, das Tape funktioniert perfekt beim Laufen, am Boxsack oder einfach auf dem Weg durch die Stadt. Kopfhörer rein, Blick nach vorne, Rhythmus halten.
Veröffentlicht wurde das Ganze wieder über Ooh La La Music, ein Independent-Label aus Pennsylvania mit klarer DIY Haltung. In Kombination mit DeckHead Records, dem eigenen Imprint von Mister Boxer, wirkt „The Workout Tape“ mehr wie ein Liebhaberprojekt. Genau das macht es sympathisch.
Keine Charts Ambitionen, einfach HipHop für HipHop-Headz. Thx.
