Moonbuggy mit Europa Inside | NASA setzt auf Venturi - Atomlabor Blog | Der Lifestyle Blog

Default Image

Months format

Show More Text

Load More

Related Posts Widget

Article Navigation

Close
  • Home
  • About | Mediakit
  • Kooperationen
  • Impressum | Datenschutz

Atomlabor Blog | Der Lifestyle Blog

  • about
  • gadget
  • albumtipps
  • techniktipps
  • infos
  • _support
  • _content produktion
  • _werben
  • impressum | datenschutz

Moonbuggy mit Europa Inside | NASA setzt auf Venturi

esa europa mond nasa technik techniknews wissenswertes   

Moonbuggy mit Europa Inside | NASA setzt auf Venturi
Die NASA setzt auf Venturi und plötzlich fährt Europa mit über den Mond. 

Es gibt mal wieder Space-News, bei denen man erst einmal nur halb hinschaut, denn: NASA, Artemis, Mond, Rover, Südpol, neue Verträge, große Pläne. Klingt zuerst nach langweiliger Pressemitteilung mit hübschem Renderbild und drei Menschen in blauen Poloshirts, die sehr ernst neben einem Fahrzeug stehen.


Und dann liest man mal genauer.

NASA hat Astrolab und Lunar Outpost für neue Mond-Rover-Aufgaben ausgewählt. Astrolab bekommt dabei einen Auftrag über 219 Millionen Dollar. Das Fahrzeug heißt CLV 1, basiert auf der FLEX-Plattform von Venturi Astrolab und soll im Rahmen des Artemis-Programms zum Einsatz kommen und mittendrin steckt dann Venturi Space aus Europa. Nun, genauer gesagt: Räder, Batterien und Energiemanagement, also nicht gerade Zierleisten und Getränkehalter, sondern die Teile, bei denen man auf dem Mond wirklich nicht möchte, dass sie schlechte Laune bekommen. Irgendwie ja schon bezeichnend, wenn die Teile, auf die man sich verlassen muss, aus Europa kommen. Nun, die NASA will schließlich eine Mondbasis bauen, um Menschen dauerhaft auf dem Mond leben zu lassen und das Projekt soll bis 2030 umgesetzt werden. Und natürlich benötigt man dann auch Transportmittel, welche Material und Astronauten über die Mondoberfläche transportieren können. 


Und wenn in ein paar Jahren Astronautinnen und Astronauten am Mond-Südpol unterwegs sind, könnten sie auf Technik sitzen, die in Monaco, Frankreich und der Schweiz mitentwickelt wurde. Das ist schon ein ziemlich guter Satz. 


Der letzte Moonbuggy sah eher nach Rodeo aus.

Wer alte Aufnahmen der Apollo-Missionen anschaut, besonders vom Lunar Roving Vehicle bei Apollo 17, bekommt sofort dieses schöne Gefühl von Technikgeschichte zum Anfassen. Zwei Astronauten in aufgepumpten Raumanzügen, darunter ein kleines Elektrofahrzeug, das über den Mond hüpft wie ein Einkaufswagen auf kaputtem Kopfsteinpflaster.


Apollo 17 EVA 3: In dieser späten Missionsphase entstand auch der legendäre Mond-Rover-Geschwindigkeitsrekord von rund 18 km/h.


Bei Apollo 17 wurde das Fahrzeug auf der letzten Mondmission mit Rover ziemlich ordentlich geshreddet Der inoffizielle Geschwindigkeitsrekord lag bei rund 11,2 mph, also etwa 18 km/h und ja, das klingt auf der Erde wie Parkplatztempo. Auf dem Mond sah es eher aus wie eine Mischung aus Abenteuerurlaub, Feldweg und sehr optimistischem Fahrwerk. Der Rover sprang, wackelte, vibrierte und wirkte für heutige Augen fast ein bisschen improvisiert. Gleichzeitig war dieses Ding natürlich genial, denn es hat den Aktionsradius der Astronauten massiv erweitert und damit erst ermöglicht, dass sie in kurzer Zeit deutlich mehr Mondfläche untersuchen konnten.


Die NASA will nicht nur wieder kurz auf dem Mond landen, ein paar Fotos machen, Staub einsammeln und dann sagen: „War schön, bis in fünfzig Jahren.“ Diesmal geht es um längere Aufenthalte, Forschung, Logistik, Infrastruktur und um die Vorbereitung auf spätere Missionen Richtung Mars und dafür reicht ein sympathisch wackelnder Mondbuggy nicht mehr.



CLV 1, kein Spielzeug, sondern Mondinfrastruktur.

Das Crewed Lunar Vehicle, ein bemanntes Mondfahrzeug. Quasi ein extrem teurer Gabelstapler für die unwirtlichste Baustelle, die wir aktuell erreichen können. Genau hier liegt der Unterschied zu früher, der alte Apollo-Rover war eine Erweiterung der Astronautenbeine, der neue Rover wird eher ein Teil der Mondinfrastruktur. Er gehört zu einer Idee, bei der der Mond nicht nur besucht, sondern genutzt, untersucht und über längere Zeit betrieben werden soll. Und das ist ein anderer Maßstab. 


Spannend wird die Geschichte jetzt aus europäischer Sicht, weil Venturi Space nicht nur irgendwo im Abspann auftaucht. Dazu muss man wissen: Ein Rad auf dem Mond ist kein normales Rad. Es fährt nicht über Asphalt, nicht über Schotter und auch nicht über den Parkplatz vom Baumarkt, es fährt über Regolith. Regolith ist dieser feine, aggressive Mondstaub, der überall hineinkriecht und sich ungefähr so benimmt, wie Sand am Strand und der Badehose. Dazu kommen noch Steine, Kraterkanten, Schrägen, tiefe Schatten, extreme Temperaturunterschiede und eine Umgebung, in der niemand mal eben mit einem Wagenheber vorbeikommt. Venturi arbeitet dafür mit hyperverformbaren Rädern, also keine klassischen Reifen, sondern flexible Strukturen, die sich an den Untergrund anpassen, Stöße schlucken und Traktion liefern sollen. Die Idee dahinter ist ziemlich clever: Nicht härter werden, sondern klüger nachgeben.




Die Batterie ist der eigentliche Endgegner.

Räder sieht man sofort. Batterien nicht. Trotzdem hängt bei einem Mondrover extrem viel an der Energieversorgung. Der Mond ist elektrisch betrachtet kein wirklich freundlicher Ort, denn es gibt dort extreme Kälte, extreme Hitze, lange Phasen ohne direktes Sonnenlicht und hohe Anforderungen an Zuverlässigkeit. Wenn auf der Erde ein Akku schwächelt, fährt man in die Werkstatt, hängt das Ding an die Diagnose oder flucht an der Ladesäule. Die Batterien müssen also ordentlich Energie speichern, Temperaturfenster überstehen, kontrolliert arbeiten und auch nach harten Bedingungen zuverlässig wieder liefern. Das Batteriemanagementsystem überwacht die einzelnen Zellen, balanciert sie aus und schützt das Gesamtsystem vor kritischen Zuständen. Im Grunde ist das verwandt mit dem, was moderne E-Autos heute schon brauchen und nutzen, nur erweitert. Auf der Erde ist Batteriemanagement moderne Fahrzeugtechnik., auf dem Mond ist es natürlich Überlebenslogik.


Netter Nebeneffekt: Wenn keine Crew auf dem Mond ist, soll das Fahrzeug nicht einfach nur dekorativ herumstehen. Es kann ferngesteuert oder autonom Aufgaben übernehmen, Ausrüstung bewegen und Nutzlasten transportieren, wahrscheinlich auch Roboter. Das ist schon wild. Aus dem alten Moonbuggy, der aussah wie ein mutiger Campingstuhl auf Rädern, wird also eine mobile Arbeitsplattform für eine neue Mondinfrastruktur.



Moonbuggy mit Europa Inside | NASA setzt auf Venturi

Warum das jetzt für uns alle relevanter ist, als man zuerst denkt!

Jetzt könnte man natürlich sagen: Schön, Jens, ein Mondauto. Nett für NASA, ESA und Leute, die beim Wort Regolith nicht sofort an ein neues Müsli denken. Aber was hat das bitte mit unserem Alltag zu tun?

Mehr, als man zuerst glaubt.


Raumfahrt ist im Grunde der härteste Produkttest der Welt. Während auf der Erde die Technik nachgebessert, ausgetauscht, zurückgerufen, upgedatet oder in irgendeiner Werkstatt auf die Hebebühne gebracht werden kann, geht das auf dem Mond natürlich nicht so ohne Weiteres. Da steht niemand mit ölverschmierten Händen neben dem Rover und murmelt: „Ich hör da was.“ Wenn dort oben also ein Rad versagt, eine Batterie schwächelt oder das Energiemanagement Mist baut, wird aus einer technischen Kleinigkeit sehr schnell ein echtes Problem, und deshalb müssen solche Systeme unglaublich effizient, leicht, robust und klug gebaut sein.


Und jetzt kommt der spannende Teil: Viele dieser Lösungen bleiben nicht für immer im Weltraum.


Der Mond ist bisher noch keine ferne Spielwiese für Milliardenträume, er ist ein brutales Testlabor für Technik, die später wieder auf der Erde landen kann, zum Beispiel in Robotik, Logistik, Elektromobilität, Batterietechnik, Sensorik oder autonomen Fahrzeugen. Was dort oben im Staub überlebt, hat hier unten ziemlich gute Karten. Und Venturi ist in der Elektromobilität kein unbekannter Name, denn das Unternehmen hat sich über Jahre mit elektrischen Rekordfahrzeugen, besonderen Prototypen und Rennsportprojekten beschäftigt. Diese Erfahrung fließt nun in eine Umgebung, die noch einmal deutlich härter ist als jede Rennstrecke.


Der NASA-Rover ist nicht das einzige Projekt in diesem Umfeld. Venturi Space arbeitet parallel an weiteren Plattformen, darunter FLIP und MONA LUNA. FLIP steht für FLEX Lunar Innovation Platform und ist als kompaktere Rover-Plattform gedacht, mit der kleine Nutzlasten und Technik unter echten Mondbedingungen getestet werden können. MONA LUNA wiederum ist als europäischer Rover für ESA und CNES gedacht. Auch dort geht es um Mobilität am Mond-Südpol, wissenschaftliche Instrumente und Transportaufgaben.


Das zeigt ziemlich gut, dass hier nicht nur ein einzelnes Prestigeprojekt entsteht, es geht eher um einen Baukasten für lunare Mobilität. Räder, Batterien, Elektronik, Plattformen, Betriebsmodelle. Alles zahlt auf dieselbe große Frage ein:


"Wie bewegt man sich zuverlässig auf einem Himmelskörper, der keine Fehler verzeiht?"


Eigentlich ganz schön wild, wenn man kurz darüber nachdenkt: Vor gut fünfzig Jahren sahen 11 mph auf dem Mond aus wie ein Rodeo in Zeitlupe und beim nächsten Mal soll daraus ein Arbeitstag werden. 


Titelbild CLV-1 Rover © Venturi Astrolab | Presse


Atomlabor

wissenswertes


Support

ATOMLABOR SUPPORT

Unterstütze mich mit

deinen Amazon-Einkäufen

Ohne Mehrkosten für dich!

Jetzt shoppen
< UberBlogr Webring >

Kunst & Kultur

Erhalte neue Blogupdates per Mail:

Zufälliger Beitrag

© Atomlabor 2026.
Danke fürs Lesen.

  • Facebook
  • Pinterest
  • Instagram
  • Feed
  • Impressum
hat den Beitrag geschrieben.

Atomlabor ist der Blog von Jens Mahnke

Netzaktiv seit 1997. Blogger seit 2007.


Transparenz: Dieser Artikel enthält Partnerlinks | Bei Käufen erhalte ich eine kleine Provision ohne Mehrkosten für Dich.
Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Alternativ kannst Du mir einen virtuellen Kaffee spendieren ☕

Protected by Copyscape


Kaffee-Icon
Hat dir der Beitrag gefallen?
Hat er dich weitergebracht?
Hat er dich unterhalten?

Dann unterstütz meine Arbeit doch heute mit einem Kaffee.
☕ Kaffee spendieren