Das Kodak Ektra Smartphone im Atomlabor Fotografen Test | Atomlabor Blog | Dein Lifestyle Blog

Das Kodak Ektra Smartphone im Atomlabor Fotografen Test

Dienstag, April 04, 2017

Kodak Ektra Smartphone auf einem Holztisch

Ein Klassiker Ist Geboren. Wieder...

Ende letzten Jahres machte sich ein Grundrauschen im Netz breit: "Kodak bringt ein Smartphone heraus." Das Handset soll das Smartphone für Foto-Enthusiasten sein und bringt auch die passende Optik (Design) der vergangenen Tage mit. In Anlehnung an die Ur-Kodak-Kamera Ektra, hat man das Smartphone also mit einer Kamera gekreuzt. Soweit die Aussage und der Plan. Die britische Bullitt Group zeichnet sich für die Umsetzung des Android Smartphones verantwortlich und vermarktet das Kodak Extra unter der Lizenz von dem namhaften Hersteller. Vorweg, die Bullit Group hat auch ein CAT und Land Rover Smartphone in Lizenz umgesetzt. 




Wir waren also sehr neugierig und haben uns über Kodaks Agentur das Kodak Ektra Smartphone als Testgerät besorgt. Das klingt doch einfach toll, ein Smartphone als ordentliche Kamera, ein Smartphone wo vermeintlich die perfekte Mischung aus Retro und Future mitschwingt. Ein Smartphone für den Fotografen.


Introducing Kodak's professional-quality, photography-first smartphone.

Es ist unvergleichlich. Ein einzigartiger Hybrid aus Fotografie-Innovation und DSLR-Funktionalität, das die kreative Kontrolle in Deine Hände legt.


Die Smartphone Technik:

Die technischen Details des Handys sehen auch sehr solide aus, mit einem MediaTek MT6797, also Helio X20 mit zehn Kernen (2 × Cortex A72 mit 2,3 GHz, 4 × Cortex A53 mit 2 GHz, 4 × Cortex A53 mit 1,4 GHz) und 3 GByte RAM kann man schon ordentlich was anfangen und da das Ektra Smartphone ja auch mit einem 21 Megapixel 1/2,4-Zoll-Bildsensor IMX230 von Sony aufwarten kann, ist ein wenig Rechenpower nicht verkehrt. 32 GB interner Speicher lassen sich dann auch via microSD erweitern. Dazu Android 6 also Marshmallow - ob hier der Sprung zu Android 7 getätigt wird, werden wir noch in Erfahrung bringen und nachliefern.
Was bei einem Fotohandy wichtig ist, ist natürlich auch das Display und da setzt man auf 5". Okay, größer ist da immer schöner, aber mit Full-HD ist es ausreichend, wie auch die Akkupower mit 3000 mAh. Netterweise hat man direkt auch USB 3.0 als USB C verbaut - sehr zukunftsorientiert, da so gut wie alle neuen namhaften Geräte mit USB C daher kommen. 


Was sagen die Foto-Specs aus?

Es ist wie schon oben erwähnt ein IMX230 Sensor von Sony verbaut, welcher mit 21MP auflöst und bei einer f2.0 auch recht lichtstark ist - die Brennweite 26,5mm. Die Selfie-, also Front-Kamera bringt da auch noch 13 MP mit. 




Verbaut wurde ein optischer Bildstabilisator, Phasen Detektor Auto Fokus und die Möglichkeit 4K Videos zu zaubern. Dazu hat die Bullit Group dem Ektra in Zusammenarbeit mit der Eastman Kodak Company ein paar Kodak Apps spendiert.


Kodak Phones ist an die Bullitt Group lizenziert, um das einzigartige Imaging-Erbe von Kodak für die Smartphone-Fotografie verfügbar zu machen. Dabei werden Jahrzehnte an Expertise von George Eastman’s originalem Bestreben, das Fotografieren so zu vereinfachen, dass man nur noch einen Auslöser drücken muss, mit der neuesten Smartphone-Technologie kombiniert.


Auf Herz und Nieren - Wofür kann man das Kodak Extra Smartphone wirklich benutzen?

Mein erster Eindruck der Haptik war auf jeden Fall schon mal gelungen. Das Design ist richtig schön, wirkt das Smartphone doch wirklich eher wie eine alte Kodak-Kamera und nicht direkt wie ein Handy. Doch kann es den Erwartungen genügen? So haben André Duhme und ich das Gerät getestet und André seine Erfahrungen als Fotograf mal hier in digitaler Form auf den Bildschirm gebracht. Da Andre sich eh gerade sehr massiv mit Kodak beschäftigt hat, ist es naheliegend ihn, als Experte hinzuzunehmen dazu hat er ein Informatik-Studium absolviert und kennt sich gut mit Smartphones aus. 

Der erste Output der Fotos kann sich auf jeden Fall sehen lassen:











Als Handys noch Mobil- und keine Smartphones waren und grade die ersten Kameras spendiert bekamen, war ich ganz gespannt auf die baldige Entwicklung kleiner Begleiter, die es mir ermöglichen würden, meinen Alltag zu dokumentieren. 

Die beste Kamera ist schließlich die, die man dabei hat. 

Nach 10 Jahren iPhone stelle ich aber zunehmend fest, dass ich mit dem Smartphone kaum noch wirklich fotografiere und stattdessen die Ricoh GR immer in der Jackentasche dabei habe. 
Es ist nicht der größere Sensor, oder sonst irgendwelcher technischer Schnickschnack, weswegen ich das Handy mehr zum Konsumieren, als zum Produzieren von Inhalten nutze. Es ist die Haptik und genau hier hatte ich all meine Hoffnungen auf das Kodak Ektra gesetzt. Es versucht nicht möglichst schmal zu sein, sondern möglichst sicher in der Hand zu liegen und besitzt einen richtigen Auslöser, den man halb durchdrücken kann, um zu fokussieren. All das spricht für das Ektra, wenn da nicht die drei Touchbuttons am unteren Bildschirmrand wären. Hält man das Ektra nicht am Bildschirmrand oder Rahmen, betätigt man permanent einen dieser Button und beendet meist die Kamera-App. Nun kann man sich daran gewöhnen, aber man trauert dem erhofften sorglosen Umgang ein wenig hinterher. 

Ich habe so drauf gehofft, dass Kodak eigene Film-Emulationen per Software beisteuert. Wenigstens den Kodak Tri-X400 und Portra hätte ich mir gewünscht. Es gibt diese Super-8-App, deren Benutzung mehr als schwer zu verstehen ist. Dort kann man ein bisschen Markengeschichte simulieren, aber die App ist schlicht unbenutzbar und lässt nicht wirklich Freude aufkommen.

Einzig das Objektiv kann recht schöne Flares zaubern, wenn man bedenkt, dass man immer noch mit einem Smartphone fotografiert. Porträts sind mit der gewählten Brennweite schon wieder sehr schwer. 26,5mm die am Rand stark verzerren sind für Portraits erst ab einer gewissen Distanz zu gebrauchen und am besten positioniert man die Person immer mittig. Ich fotografiere gefühlt alles mit 28mm, entweder mit der Ricoh GR, oder der Leica M. 




28mm liegen mir so sehr, dass ich mich zwingen muss, auch anderen Brennweiten bei Jobs zu verwenden. Es leuchtet mir noch nicht ganz ein, warum die 26,5mm mir hier solche Probleme bereiten. 
Das Display stellt Rottöne sehr extrem dar. So wirken gut durchblutete Hautpartien schnell übersättigt. Die eigentlichen Dateien stellen die Farben aber sehr angenehm dar und später am Rechner lassen sich daraus eben die analogen Looks zaubern, die man gerne schon auf dem Gerät selbst erzeugen würde. 


Fazit:

>>>Als Kamera ist das Ektra für mich eine Hassliebe. Die meisten Kritikpunkte könnte man mit einem Software Update beseitigen und da habe ich große Hoffnung, dass Kodak die Enthusiasten hört, für die es das Telefon gebaut hat, denn wir wollen tatsächlich ein solches Produkt, nur sollte es dann auch kompromisslos sein.<<<

Soviel zu Andrés Einschätzung als Fotograf, welche ich mit ihm teile. Uns ist dann auch aufgefallen, dass Streetfotografie mit dem Ektra nicht wirklich gut funktioniert, denn es ist schlicht und einfach zu langsam. Zu langsam in der Auslösegeschwindigkeit. (Hier sind ein paar Fotos, welche im Street-Test umgesetzt wurden.)

Für wen ist das Phone nun geeignet?


Nun, zuerst einmal bedient es eine ganz eigene Sparte - Menschen, die ihren Hang zur Fotografie auch mit dem Smartphone zum Ausdruck bringen möchten. Die Linse ist natürlich wie bei allen Smartphone, jedoch mit dem herausragenden Objektiv-Aufbau, sorgt es für schöne Flares und schützt die Linse. Zusätzlich wirkt das Smartphone halt wie ein schöner alter Fotoapparat und diesen Touch kann man mit Upsells wie Fototaschen... sorry, Handyhüllen in Form von Fototaschen unterstreichen. 

Wenn ein paar UI-Änderungen erfolgen und der Preis von UVP 499€ auf ein Niveau von knapp unter 300€ heruntergeschraubt wird, sehen wir einen Markt für das Kodak Ektra. Als Debüt-Phone in diesem Sektor gebührt dem Gerät sicherlich ein gewisser Respekt für die Umsetzung entgegengebracht. Doch wie schon erwähnt, sollte zusätzlich zu Googles Snapseed noch ein Filter-Tool direkt von Kodak an Board sein und die Kodak Super-8 App, welche eine umgelabelte Version von iSuper8 ist, auch ordentlich ins Deutsche übersetzt werden und vom Handling angepasst werden. Hier erwartet man mehr. Da ist also noch genug Luft nach oben, aber es liegt mehr an der Soft- als an der Hardware. Wir sind also gespannt, was sich da noch tun wird.


Wer also Spaß an der Optik (Design) und einem soliden Android Phone hat, der wird sicherlich mit dem Device zufrieden sein. Wer allerdings ein Smartphone für Fotoenthusiasten sucht, der sollte auf einen Nachfolger warten oder hoffen das man diese User Interface und App-Bugs bereinigt. Denn so wie es aktuell auf den Markt ist, kann es uns leider nicht wirklich überzeugen oder um es mit Andrés Worten zu sagen: "Eine Hassliebe". 



Aber natürlich gibt es auch gutes zu berichten, denn wir möchten das Handy ja nicht schlecht schreiben - denn das ist es nicht. Wie eingangs erwähnt ist die Haptik sehr schön, wenn man softwareseitig die Softkeys der Navigationstasten im Foto-Modus abschaltet und diese an einen anderen Ort verlagern könnte, so wäre dem Handling um einiges geholfen - denn wie André schrieb, schaltet man sehr häufig versehentlich die Foto-App aus und das ist ja nun mal das avisierte USP des Ektra Smartphones. 

Die Foto-App ist sonst sehr schön umgesetzt und man kann fast alle Foto-Gimmicks direkt aus der App heraus benutzen. So auch den Bokeh-Effekt. Aus zwei Fotos mit unterschiedlichem Fokus wird eine Tiefenunschärfe berechnet. Das dauert mir persönlich zu lange, aber der Effekt ist bei gutem Licht und Abstand ordentlicher als bei vielen Mitbewerbern - da es allerdings gerechnet ist, kommt es natürlich nicht an eine richtige Kamera heran. Aber dafür kann die Schärfe überzeugen. Sehr knackig. 


André (hier oben im Bild) hat natürlich die Fotos mit einem schönen Look, dem passenden Kodak Gold 200 aus dem VSCO Pack 5 bearbeitet. So einen Look sollte man direkt im Smartphone vorfinden. Also hop hop, setzt Euch dran und programmiert bitte die passende App für das Ektra und verteilt es über ein Update. Denn dann ist es auch ein echtes Kodak Smartphone.

Unbearbeitet haben wir natürlich auch noch Fotos aus der Ektra gezogen:







Das Kodak Ektra macht eine gute Figur

Der Output auch. Ohne Filter
kodakphones.com

Das Kodak Ektra Smartphone wurde uns für diesen Test als Leihgerät zur Verfügung gestellt und wir haben es seit Anfang des Jahres im Dauereinsatz. Vielen Dank dafür.

Miele Blizzard - Der erste beutellose Staubsauger von Miele: Blizzard CX1!

Netzwerk / Partner

Unruly


VICE


DJINNS



3M


VSCO Logo

Feed und Ethik


Feed abonnieren

Atomlabor Blog, ist einer der angesagtesten Lifestyle Blogs in der deutschen Blogosphäre.


Klicke oben auf den kleinen grünen Button und bleibe mit deinem Feedreader mit uns verbunden.


Seit 2007 gibt es jeden Tag neue tolle Dinge aus der Welt der Fashion, Musik, Gadgets und Webtrash bei uns zu entdecken.


Mit anderen Worten: Hohe Blog Qualität seit über 10 Jahren - Bäääm.